Im Rahmen der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst…“ wird am 5. März 2025 ein brisanter und seit 42 Jahren ungelöster Mordfall thematisiert: der Mord an der 18-jährigen Sabine Rahn. Die junge Frau wurde am 11. März 1983 im Heidenheimer Stadtteil Schnaitheim ermordet. Am Abend ihres Verschwindens verließ sie um 20:30 Uhr ihr Zuhause, um sich mit Freundinnen vor der Disco „Coupé“ zu treffen, kam jedoch nie an. Drei Tage später entdeckten Kinder ihre Leiche in einer Fichtenschonung bei Nattheim.
Der Fall ist besonders grausam, da Sabine Rahn gewalttätig vergewaltigt, gewürgt und stranguliert wurde. Die Polizei hat im Laufe der Jahre etwa 450 männliche Personen anhand ihrer DNA mit den am Tatort gesicherten Spuren abgeglichen, konnte jedoch keine konkreten Verdächtigen identifizieren. Rund 150 Personen, darunter Brüder und Väter, wurden als potenzielle Täter ausgeschlossen. Die DNA des mutmaßlichen Täters zeigt, dass er blaue Augen, helle Haare, entweder hellbraun oder blond, sowie eine helle Hautfarbe hatte.
Aktueller Stand der Ermittlungen
In einer neuen Initiative wird der Fall seit 2022 wieder verstärkt aufgearbeitet. Das Innenministerium Baden-Württemberg unterstützt die Bemühungen zur Aufklärung von Cold Cases. In 2023 wurden in Heidenheim Plakate mit dem Bild von Sabine Rahn und der Aufschrift „Sabine Rahn – Nie vergessen“ aufgehängt, um die Bevölkerung um Hinweise zu bitten. Diese Aktion führte zu etwa 50 eingegangenen Hinweisen, jedoch waren viele der Spuren nicht mehr ermittelbar.
Kriminalhauptkommissar Manuel Köhler von der Kriminalpolizeidirektion Ulm hat die Hoffnung, dass vielleicht ein möglicher Mitwisser oder Zeuge sich meldet. In den 1980er Jahren, als Sabine Rahn verschwand, war die Anzahl der Fälle von vergewaltigten Tramperinnen hoch, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert. Köhler vermutet, dass sie möglicherweise in das Auto eines unbekannten Mannes gestiegen sein könnte, dennoch bleibt unklar, wohin sie ging oder mit wem sie unterwegs war.
Herausforderungen bei der Aufklärung
Die Ermittler stehen vor der Herausforderung, dass das biologische Alter des Täters zur Tatzeit nicht bestimmt werden konnte, was die Identifikation erschwert. Zudem ist die Phänotypisierung, die in Deutschland seit 2020 erlaubt ist, ein wertvolles Werkzeug, um entscheidende Merkmale aus DNA zu gewinnen. dennoch blieben auch in diesem Fall die Ergebnisse bislang ohne konkrete Treffer.
Im Kontext der laufenden Ermittlungen wird deutlich, dass der Fall Sabine Rahn kein Einzelfall ist. In Deutschland gibt es Hunderte ungelöste Mordfälle, bekannt als „Cold Cases“. Laut Berichten von [Stern] zeigen neue DNA-Analysen, dass Täter auch Jahrzehnte nach der Tat überführt werden können. Die Erfolgsquote bei der Aufklärung von Mordfällen liegt über 95 Prozent, dennoch bleiben jedes Jahr 10 bis 20 Fälle ungelöst. Kriminalbeamte arbeiten kontinuierlich daran, auch alte Fälle zu klären, was ein gesellschaftliches Interesse an der Gerechtigkeit verdeutlicht.
Die Polizei wird auch weiterhin die Möglichkeit nutzen, ungelöste Tötungsdelikte zu verfolgen, und appelliert an die Öffentlichkeit, ihre Hinweise zur Aufklärung des Falls Sabine Rahn zu melden. Der Mordfall bleibt also weiterhin in den Köpfen der Öffentlichkeit und in den Akten der Ermittler – in der Hoffnung, dass eines Tages Gerechtigkeit erfolgen wird.