Am heutigen Tag bleibt die Lage im Gazastreifen angespannt, während Israel die Wasserentsalzungsanlage in der Region mit Strom versorgt hat, um die Trinkwasserproduktion von 5.000 auf 20.000 Kubikmeter pro Tag zu erhöhen. Diese Anlage wird von UNICEF betrieben und soll die Gebiete Deir al-Balah, Chan Junis und Al-Mawasi mit dringend benötigtem Trinkwasser versorgen. Die UN warnen jedoch vor einem drohenden Wassermangel, der nicht nur die Wasserversorgung, sondern auch die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung gefährden könnte, was zu Krankheitsausbrüchen führen könnte. Laut einem Bericht der IPC-Initiative steht die Region sogar vor der Gefahr einer Hungersnot, wobei bereits die Hälfte der Bevölkerung in einer kritischen Notlage ist.

Netanjahu hat gefordert, dass die Hamas eine Liste der Geiseln übermittelt, bevor eine geplante Waffenruhe in Kraft treten kann. Diese sollte ursprünglich um 7:30 Uhr beginnen, jedoch verzögert sich das Ganze, da die Hamas technische Probleme angibt und bisher keine Namen ausgegeben hat. Israel hat klargemacht, dass es Verstöße gegen die Vereinbarung nicht dulden werde und erwartet den Beginn der Geisel-Freilassungen am Sonntag, sofern das Sicherheitskabinett zustimmt.

Hintergrund der Konflikte

Die Situation verschärft sich zusätzlich aufgrund von militärischen Konflikten. Israel führte in den letzten Tagen Angriffe auf 180 Ziele der Hizbullah im Libanon durch, darunter Raketenabschussvorrichtungen. Dies geschah im Rahmen einer Reihe von militärischen Operationen, die auch einen hochrangigen Hamas-Vertreter im Gazastreifen zur Folge hatten. Netanjahu wies Vorwürfe zurück, UN-Friedenstruppen absichtlich angegriffen zu haben.

Die libanesische Armee hat inzwischen die südlichen Vororte von Beirut abgeriegelt, um beispielsweise Terroranschläge zu verhindern. Die Hizbullah hat unterdessen den israelischen Luftangriff auf einen ihrer Kommandeure bestätigt. In Taktik antwortete die Huthi-Miliz im Jemen mit der Ankündigung, ihre Angriffe auf Israel mit Beginn der Waffenruhe einzustellen. Trotz dieser Ansätze kam es aber auch zu zivilen Opfern in Beirut bei den Luftangriffen der israelischen Luftwaffe.

Wasser- und Nahrungsmittelkrisen im Gazastreifen

Die Wasserkrise verschärft sich im Gazastreifen aufgrund des begrenzten Zugangs zu Wasser und einer hohen Schadstoffbelastung. Über 90 % des Grundwassers im Gazastreifen ist laut UN ohne Behandlung nicht trinkbar. Die Bevölkerung leidet unter akutem Wassermangel, und das einzige Kraftwerk der Region musste aufgrund von Treibstoffmangel bereits schließen.

Experten warnen, dass die Nahrungsmittelverfügbarkeit weiter abnehmen wird, was die Notlage der palästinensischen Bevölkerung in Gaza gefährdet. Im Westjordanland ist die Wasserversorgung ebenfalls angespannt, auch wenn die Situation dort weniger schlimm ist. Allerdings sind nur 31 % der Palästinenser im Westjordanland an ein Abwassernetz angeschlossen, was die Probleme im Wassersektor weiter verdeutlicht.

Insgesamt bleibt die Lage äußerst komplex und von zahlreichen Faktoren abhängig, darunter die politische Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas sowie die kritische humanitäre Situation im Gazastreifen. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um herauszufinden, ob eine Waffenruhe tatsächlich in Kraft tritt und ob dieser Prozess zur Stabilisierung der Region beitragen kann.

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