Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat sich die Lage im Osten Europas weiter verschärft. Russische und ukrainische Militäroperationen nehmen zu, mit täglichen Raketen- und Drohnenangriffen, die zahlreiche zivile und militärische Ziele treffen. Der russische Präsident Wladimir Putin, der einen schnellen Sieg erwartet hatte, sieht sich einem unerwartet starken Widerstand der ukrainischen Streitkräfte gegenüber. Laut LN Online haben Diskussionen über neue Waffenlieferungen an die Ukraine zugenommen, während die Verifizierung von Angaben zum Kriegsverlauf zunehmend schwierig ist.

In der letzten Nacht hat Russland erneut massiv mit Drohnenschwärmen angegriffen, wobei die genauen Ziele unklar blieben. Die Ukraine konnte 78 russische Kampfdrohnen abfangen und zusätzlich 31 Köderdrohnen elektronisch abwehren. Russland setzt immer häufiger Köderdrohnen ein, um die ukrainische Flugabwehr zu überlasten. Die Partisanengruppe Atesh berichtete von verstärkter russischer Flugabwehr auf der Krim, während die Ukraine bei ihren Gegenmaßnahmen weiterhin innovative Ansätze verfolgt.

Drohnenkriegsführung und neue Taktiken

Drohnen spielen eine entscheidende Rolle im aktuellen Kriegsverlauf. Laut ZDF hat die Ukraine eine hohe Abschussquote von über 90 % bei den russischen Shahed-Drohnen erreicht. Um eine weitere Eskalation der Konflikte zu verhindern, hat die Ukraine beschlossen, bestehende Brigaden aufzufüllen, anstatt neue aufzustellen. Dies geschieht im Kontext eines Skandals um die 155. Brigade, in der es vermehrt zu Desertionen kam.

Gleichzeitig experimentiert Russland mit neuen Technologien, um seine Drohnentaktiken weiter zu entwickeln. Einsatzmöglichkeiten von Kamikaze-Drohnen und der Einsatz von „Decoys“ zeugen von den fortwährenden Bemühungen des russischen Militärs, die ukrainische Luftabwehr zu überlisten. Die Ukraine hat wiederum spezielle Soldaten ausgebildet, um erstmals FPV-Drohnen (First Person View) mit Schrotflinten abzufangen, und entwickelt akustische Detektionssysteme zur frühzeitigen Erkennung angreifender Drohnen.

Internationale Reaktion und humanitäre Lage

Die Situation in der Ukraine bleibt kritisch, und die humanitären Bedürfnisse wachsen weiter. Die EU-Kommission hat neue humanitäre Hilfen für die Ukraine und Moldau in Höhe von 148 Millionen Euro angekündigt. In einem weiteren politischen Schritt hat der slowakische Präsident Fico den ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu Gesprächen eingeladen, was als ein Zeichen für eine kontinuierliche Zusammenarbeit angesehen wird. Währenddessen berichten die Nachrichten über mehr als 1700 Drohnenangriffe auf die Ukraine im Dezember, was die anhaltende Intensität des Konflikts unterstreicht.

Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen haben die westlichen Sanktionen gegen die russische Ölindustrie zu einem Rückgang in der Zahl aktiver Öltanker geführt. Trotzdem erhöhen sich Russlands Einnahmen aus Öl und Gas, was die finanziellen Ressourcen des Kremls weiter stärkt. Während sich die geopolitische Lage zuspitzt, bleibt die Verzweiflung der Menschen in den betroffenen Regionen außergewöhnlich hoch, wobei Tausende Haushalte in Cherson nach russischen Angriffen ohne Strom sind.

Insgesamt zeigt sich, dass der Krieg in der Ukraine auch mehr als zwei Jahre nach seinem Beginn keine Anzeichen einer Deeskalation aufweist, während beide Seiten ihre militärischen Strategien weiterhin anpassen und neue Wege suchen, um den Konflikt aus ihrer jeweiligen Sicht zu gewinnen.