Am 12. Januar 2025 kam es in Cherson, einer Stadt im Süden der Ukraine, zu massiven Störungen der Strom- und Fernwärmeversorgung. Diese Unterbrechungen sind die Folge eines russischen Artillerieangriffs, der die Energieinfrastruktur der Region erheblich getroffen hat. Laut dem regionalen Militärverwalter Roman Mrotschko sind knapp 23.000 Haushalte betroffen, die infolge dessen ohne Strom und in vielen Fällen auch ohne Heizung sind. Reparaturtrupps wurden mobilisiert, um die entstandenen Schäden schnellstmöglich zu beheben, doch die Situation bleibt angespannt.

Der Beschuss im Bezirk Dniprovsky führte zu schweren Schäden an den Stromnetzen. Berichten zufolge wurden etwa 22.900 Zählpunkte in der Stadt und Umgebung deaktiviert, was zu einem teilweisen Stromausfall führte. Auch die Heizungsnetze im Bezirk sind betroffen. Rund 20 Wohnhäuser mussten auf Grund dieser Zerstörungen vorübergehend ohne Heizung auskommen. Nach Angaben von Mrotschko wurde zudem der Verkehr von Elektrofahrzeugen in der Stadt eingeschränkt.

Verletzte und weitere Angriffe

Zusätzlich zu den massiven Stromausfällen sind auch zwei Personen bei dem jüngsten Angriff verletzt worden. Ein 58-jähriger Mann aus einem Vorort von Cherson musste mit Minentrauma und Schrapnellwunden ins Krankenhaus gebracht werden. Ein weiterer Verletzter ist ein Mann aus dem Jahrgang 1968 sowie eine Frau aus dem Jahrgang 1976, die ebenfalls stationär behandelt werden.

Die Lage in Cherson ist nicht isoliert, sondern Teil eines größeren Musters russischer Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Diese Taktik hat sich über die Monate hinweg verschärft, u.a. auch durch den Einsatz von Streumunition, die nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine verabscheuungswürdige Eskalation darstellt. Selenskyj wirft Russland vor, gezielt die zivile Infrastruktur anzugreifen, während das russische Militär erklärt, ihre Angriffe seien Reaktionen auf ukrainische Operationen.

Auswirkungen auf die Bevölkerung

Die wiederholten russischen Angriffe haben nicht nur in Cherson, sondern auch in anderen Teilen der Ukraine verheerende Folgen. In vielen Städten sind Hunderttausende von Menschen ohne Strom. Die jüngsten Angriffe haben auch regionale Notstromabschaltungen in Kiew, Odessa und Dnipro zur Folge, die DTEK umsetzt, um die Situation zu kontrollieren. Berichten zufolge sind in westlichen Regionen wie Lwiw, Iwano-Frankiwsk und Riwne über eine Million Menschen von Stromausfällen betroffen.

Während die Ukraine weiterhin unter den Attacken leidet, wehrt sie sich seit über zweieinhalb Jahren gegen die russische Invasion. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der ukrainischen Energieinfrastruktur bereits zerstört wurde, was die Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung weiter verschlechtert und den Einsatz von Notmaßnahmen notwendig macht.

Die Entwicklungen in Cherson sind ein weiteres erschreckendes Kapitel in einem Konflikt, der das Leben vieler Menschen auf beispiellose Weise beeinträchtigt hat. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, solche Angriffe zu verurteilen und Maßnahmen zu ergreifen, um humanitäre Hilfe zu leisten und die betroffenen Regionen zu unterstützen.

Für weitere Informationen lesen Sie die Berichte von Merkur, Ukraine Nachrichten und Tagesschau.