Russland hat heute, am 12. Januar 2025, behauptet, zwei Dörfer in der Ostukraine erobert zu haben: Yantarne in der Donetsk-Region und Kalinove in der Kharkiv-Region. Al Jazeera berichtet, dass Yantarne etwa 10 km südwestlich von Kurakhove liegt, einem strategisch wichtigen Logistikzentrum, das Russland erst letzte Woche beanspruchte. Kalinove hingegen befindet sich am westlichen Ufer des Oskil-Flusses, der lange die Frontlinie zwischen den beiden Armeen bildete. Russische Truppen haben dort einen Brückenkopf etabliert.
In den letzten 24 Stunden führte Russland Angriffe auf ukrainische Militärflugplätze, Personal und Fahrzeuge an insgesamt 139 Standorten durch. Die ukrainische Luftabwehr war in der Lage, 60 von 94 gestarteten Drohnen abzufangen, jedoch beschädigten Trümmer in den Regionen Kharkiv, Sumy und Poltava mehrere Häuser, ohne dass es dabei zu Verletzten kam.
Angriffe und Luftverteidigung
Im Süden der Region Kherson wurden dagegen drei Personen durch Drohnen verletzt, und rund 23.000 Haushalte blieben ohne Strom aufgrund von Schäden an der Strominfrastruktur. Der Gouverneur von Kherson berichtete von Beschuss sozialer Infrastruktur und Wohngebiete, einschließlich zwei Mehrfamilien- und acht Einfamilienhäusern. Eine ukrainische Drohne in der von Russland kontrollierten Region Kherson führte zudem zum Tod einer 76-jährigen Frau.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte seine Verbündeten auf, alle Versprechen zur Waffenlieferung einzuhalten, um den russischen Luftangriffen entgegenzuwirken. Selenskyj berichtete von Hunderten von Angriffen sowie dem Einsatz von fast 700 Luftbomben und mehr als 600 Angriffs-Drohnen durch Russland in der vergangenen Woche. Er stellte auch fest, dass die Entscheidungen des NATO-Gipfels in Washington und der Ramstein-Treffen bezüglich der Luftverteidigung für die Ukraine noch nicht vollständig umgesetzt worden sind.
Umweltkatastrophen durch kriegerische Auseinandersetzungen
Die aktuellen Konflikte in der Ukraine haben nicht nur menschliche, sondern auch verheerende Auswirkungen auf die Umwelt. So wurde in einem aktuellen Bericht von Vox hervorgehoben, dass seit dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine Explosionen in Chemiefabriken eine ernsthafte Bedrohung für die Bürger darstellen. Ein besonders gravierendes Beispiel ereignete sich Ende Mai 2023, als eine große Wolke aus rosa Rauch über Severodonetsk aufstieg, die toxische Salpetersäure enthielt. Der Gouverneur der Region warnte die Bevölkerung eindringlich, in ihren Schutzräumen zu bleiben.
Die Zerstörung von Industrieanlagen, wie Chemiefabriken und Kohleminen, stellt ein großes Problem dar. Die Umweltkosten des Krieges sind erheblich, da Raketen den Boden und das Grundwasser verschmutzen und Brände die Verbreitung radioaktiver Partikel bedrohen. Umweltschützer in der Ukraine dokumentieren bereits nahezu 270 Fälle von potenziellen Umweltschäden, die als mögliche Kriegsverbrechen angesehen werden können.
Ölkatastrophe und internationale Reaktionen
In einer weiteren alarmierenden Entwicklung berichtet Al Jazeera von einer Ölverschmutzung in der Kerch-Straße, die durch zwei durch einen Sturm beschädigte Tanker verursacht wurde. Mykhailo Podolyak, Berater von Selenskyj, bezeichnete diese Situation als „großflächige Umweltkatastrophe“ und forderte zusätzliche Sanktionen gegen russische Tanker, während in der Region Krasnodar ein Notfallteam auf die Schadensbekämpfung reagiert.
Der internationale Kontext dieser Konflikte beleuchtet die verheerenden Auswirkungen von Kriegen auf die Umwelt und die Notwendigkeit für nachhaltige Lösungen. Laut einem Bericht der NPLA stellt die Umwelt oft das vergessene Opfer von Konflikten dar. Der UN-Bericht hebt hervor, dass Wasser- und Luftverschmutzung, die Zerstörung von Ökosystemen und versauernde Böden nur einige der gravierenden Folgen bewaffneter Konflikte sind.
Der ukrainische Konflikt demonstriert die Dringlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit in Friedens- und Konfliktlösungsstrategien zu integrieren, um zukünftige Umweltschäden und humanitäre Krisen zu minimieren.