Itamar Ben-Gvir, der israelische Minister für nationale Sicherheit, hat am 17. Januar 2025 mit dem Rücktritt aus der Regierung von Premierminister Benjamin Netanyahu gedroht, sollte ein Ceasefire-Abkommen mit der Hamas genehmigt werden. In seiner deutlichen Ablehnung des Abkommens bezeichnete Ben-Gvir es als „unverantwortlich“ und stellte klare Forderungen auf, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen. Seine Partei, Otzma Yehudit (Jüdische Kraft), drohte damit, die Regierung zu verlassen, wenn das Abkommen umgesetzt wird. Ben-Gvir fordert die vollständige Unterbrechung humanitärer Hilfe, einschließlich Brennstoffen, Strom und Wasser, nach Gaza.

Er betonte, dass die Hamas nur dann Geiseln freilassen würde, wenn die Sicherheit Israels nicht gefährdet sei. Trotz seiner harten Rhetorik stellte Ben-Gvir klar, dass er nicht die Absicht habe, die Regierung von Netanyahu zu stürzen, und könnte im Fall eines Scheiterns des Ceasefires zurückkehren. Netanyahu und seine Likud-Partei verteidigten das Abkommen als einen Schritt zur Maximierung der Freilassung lebender Geiseln und zur Sicherung einer langfristigen Sicherheit Israels.

Aktuelle Entwicklungen im Ceasefire-Prozess

Die Verhandlungen über das Ceasefire wurden unter Vermittlung der Vereinigten Staaten, Ägyptens und Katars angestoßen und sollen zunächst sechs Wochen dauern. In dem Zusammenhang haben die oppositionellen Parteien signalisiert, Premier Netanyahu weiterhin zu unterstützen, solange das Abkommen voranschreitet. Diese politische Dynamik kommt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Konflikts, bei dem seit Oktober 2023 mindestens 46.788 Menschen in Gaza ums Leben kamen, und Israel, das des Völkermords beschuldigt wird, sich in einem kritischen Moment befindet.

Parallel zu diesen politischen Entwicklungen sind die Vorbereitungen für die Rückkehr von Geiseln aus Gaza in israelische Krankenhäuser im Gange. Das israelische Gesundheitsministerium hat Protokolle und Richtlinien zur medizinischen Betreuung der ehemaligen Geiseln entwickelt, die einen umfassenden Ansatz zur Gesundheitsversorgung umfassen. Die erste Testphase wurde bereits im November 2023 im Rahmen der Operation „Heaven’s Door“ durchgeführt. In dieser Phase erhielten die zurückkehrenden Geiseln sofort eine medizinische Bewertung.

Humanitäre Unterstützung und die Rolle des Deutschen Roten Kreuzes

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und seine Partnerorganisationen leisten in dieser angespannten Lage wichtige humanitäre Hilfe. Das DRK hat enge Beziehungen sowohl zu Magen David Adom in Israel als auch zum Palästinensischen Roten Halbmond, um die medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen. Aktuell sind vier Delegierte des DRK in den Palästinensischen Gebieten und Israel tätig, wobei drei von ihnen vor Ort arbeiten.

Durch die Umstrukturierung ihrer Projekte hat das DRK dem palästinensischen Roten Halbmond zusätzliche Flexibilität bei humanitären Hilfsaktivitäten eingeräumt. Zudem wurde ein finanzieller Nothilfeaufruf mit einer Unterstützung von 300.000 Euro für den palästinensischen Roten Halbmond bereitgestellt. Neben der Beschaffung von medizinischen Materialien für die gesamte Region hat das DRK auch Unterstützung in Höhe von etwa 2,4 Millionen Euro für die Versorgung von Gaza geleistet.

Diese koordinierte humanitäre Hilfe, einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Roten Halbmond, der die Hilfsaktivitäten am Grenzübergang Rafah verwaltet, ist entscheidend für die Abmilderung der durch den Konflikt verursachten menschlichen Tragödien.

Die aktuelle Krise erfordert nicht nur politische Lösungen, sondern auch ein starkes Engagement von internationalen Organisationen, um die dringend benötigte Hilfe und Unterstützung zu mobilisieren.