Die Waldbrandgefahr in Brandenburg hat in den letzten Tagen stark zugenommen. Derzeit haben fast alle Landkreise eine hohe Gefahrenstufe (Stufe vier) erreicht, was insbesondere für die Überwachung und den Schutz von Wäldern eine große Herausforderung darstellt. Lediglich in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz wird die mittlere Gefahrenstufe (Stufe drei) angezeigt. Eine Woche vorher war die Gefahrenlage deutlich entspannter, mit Stufe drei im Nordwesten und sogar Stufe eins im Südosten des Bundeslandes. Die aktuelle Trockenheit ist einer der Hauptfaktoren für diesen Anstieg der Gefahrenstufen, da im Brandenburger Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets kein Regen gefallen ist, obwohl normalerweise zwischen 30 und 40 Litern Niederschlag zu erwarten wären. Diese extreme Trockenheit stellt sowohl für die Umwelt als auch für die Landwirtschaft ein großes Problem dar, da das trockene Laub und Gras die Waldbrandgefahr erheblich erhöhen.

Im Jahr 2024 wurden in Brandenburg 195 Waldbrände registriert, die eine Fläche von 229 Hektar in Anspruch nahmen. Im Vergleich dazu waren es 2023 noch 251 Brände mit einer Fläche von 765 Hektar. Trotz der relativ niedrigen Brandzahlen in 2024 signalisiert die Häufung erster kleiner Brände in diesem Jahr eine besorgniserregende Entwicklung, die sorgfältig beobachtet werden muss. Experten warnen, dass unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen ein hohes Risiko für Brände darstellen können.
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Waldbrandprävention und gesetzliche Regelungen

Vor diesem Hintergrund wird die Waldbrandprävention in Brandenburg gebührend ernst genommen. Dazu gehören Maßnahmen wie der Ausbau neuer Zufahrtswege und Wasserentnahmestellen für die Feuerwehr. Zudem gelten strenge Gesetze, um Brandstiftern entgegenzuwirken. Die brandenburgischen Behörden haben ein ganzjähriges Rauchverbot in Wäldern verhängt, und das Entzünden von Lager- und Grillfeuern ist nur an dafür gekennzeichneten Stellen erlaubt. Bei hoher Waldbrandgefahr kann es zudem zur Sperrung von Wäldern kommen. Die täglichen Waldbrandgefahrenstufen, die auf einer Skala von eins bis fünf angelegt sind – wobei eins eine sehr geringe und fünf eine sehr hohe Gefahr darstellt – werden gemäß den aktuellen Wetterbedingungen und der Vegetation berechnet und täglich um Mitternacht aktualisiert.

Fahrzeuge dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkflächen stehen, das Parken im Wald selbst ist nicht gestattet. Im Brandfall müssen Betroffene umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder die Polizei unter der Nummer 110 kontaktieren und Informationen über den Brandort sowie potenzielle Gefahren bereitstellen. Zu den klaren Anweisungen gehört auch die Notwendigkeit einer Brandwache nach einem Löscheinsatz, um die Möglichkeit eines Wiederaufflammens zu minimieren.
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Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen

Wissenschaftler warnen zudem vor einer weiteren Zunahme der Waldbrandgefahr aufgrund des Klimawandels. Die Analyse von Wetterdaten zeigt, dass sich die Waldbrandgefahr in vielen Regionen Deutschlands, insbesondere in Brandenburg, in den letzten Jahren als relevant herausgestellt hat. Zwischen 1991 und 2017 konnte zwar eine signifikante Abnahme der betroffenen Waldfläche festgestellt werden, extreme Wetterereignisse wie Trockenheit und Hitze führten jedoch 2018 und 2019 zu einer hohen Zahl an Waldbränden. Besonders in den nordöstlichen Bundesländern kam es zu Großflächenbränden, die die Effektivität der bisherigen Präventionsstrategien infrage stellen. Die Erderwärmung könnte in den kommenden Jahren die Waldbrandgefahr weiter erhöhen, besonders in den sensiblen Monaten.
Umweltbundesamt