Die Situation der Demokratischen Partei in den USA hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von CNN zeigt, dass die Zustimmung zu den Demokraten auf nur 29 Prozent gefallen ist, was den niedrigsten Wert seit Beginn der Umfragen im Jahr 1992 markiert. Diese erschreckenden Zahlen sind das Ergebnis eines sich stetig verschärfenden politischen Klimas, in dem die Partei Schwierigkeiten hat, eine klare Strategie gegen Präsident Trump und die Republikaner zu entwickeln. Zudem sorgte die jüngste Genehmigung eines von den Republikanern eingebrachten Übergangshaushalts für Unmut unter den Demokratensupportern, die sich in dieser herausfordernden Zeit nach einem eindeutigen politischen Kurs sehnen. Bei der Frage nach einem Favoriten für die Parteiführung zeigten sich 30 Prozent der Befragten unschlüssig und gaben keinen Namen an. Lediglich 10 Prozent nannten Alexandria Ocasio-Cortez, 9 Prozent Kamala Harris und 8 Prozent Bernie Sanders als mögliche Führungsfiguren. Im Gegensatz dazu verzeichnet Präsident Trump eine Zustimmungsrate von 47 Prozent, obwohl 51 Prozent der Befragten mit seiner Amtsführung unzufrieden sind, wie Merkur berichtet.

Zahlreiche Umfragen bestätigen die aktuelle Demoralisierung innerhalb der Demokraten. Eine CBS News und YouGov Umfrage zeigt herbe Werte: Nur 7 Prozent der Demokraten fühlen sich „begeistert“, während 10 Prozent als „motiviert“ und 20 Prozent „interessiert“ gelten. Die Mehrheit, nämlich 42 Prozent, beschreibt sich als „demoralisiert“ und 47 Prozent empfinden sich als „erschöpft“. Dies wird durch die Erkenntnis gestützt, dass 72 Prozent der Demokraten ihre politischen Medien konsumieren einschränken möchten, und dass 60 Prozent glauben, dass die Partei „größere Veränderungen“ braucht, während nur etwa die Hälfte glaubt, dass sie effektiv gegen die Republikaner kämpfen kann. Bei zentralen Themen wie Wirtschaft, Außenpolitik und Kriminalität glauben weniger als 60 Prozent der Demokraten, dass ihre Partei überlegene Ansätze hat. Im stark divergierenden Meinungsklima denken über 80 Prozent der Republikaner, dass sie in diesen Bereichen besser aufgestellt sind. Dies lässt die Situation der Demokraten noch ungünstiger erscheinen, zumal Trump aktiv politische Veränderungen initiiert, wie fr.de feststellt.

Nachwirkungen der Wahlniederlage

Die verlorenen Wahlen am 5. November haben ebenfalls einen tiefgreifenden Einfluss auf die Stimmung innerhalb der Demokratischen Partei. Das Weiße Haus und die Mehrheit im Senat gingen verloren, und auch im Repräsentantenhaus wird mit einem Verlust der Mehrheit gerechnet. Kamala Harris äußerte sich zur Wahlniederlage an der Howard University und betonte den fortdauernden Wert des amerikanischen Versprechens. Rückblickend zeigte sie sich stolz auf den Wahlkampf der Demokraten, was von vielen jedoch als zu optimistisch angesehen wird. Professor Filippo Trevisan von der American University kritisiert, dass die Partei möglicherweise ihre Basis vernachlässigt hat. Dies insbesondere, weil Harris versucht habe, gemäßigte Republikaner und unentschlossene Wähler anzusprechen, ohne die Kernwählerschaft zu erreichen. Bernie Sanders unterstützt diese Sicht und führt aus, dass die Demokraten die Arbeiterklasse enttäuscht haben, was unter Latino- und Afroamerikanern zu einem Wählerverlust führte, so DW.

Eine gesunde Selbstreflexion scheint unter den Demokraten auszufallen, da bisher keine Fehler im Wahlkampf zugegeben wurden und Präsident Joe Biden bei einer Pressekonferenz keine Verantwortung für die Wahlniederlage übernahm. Während die nächsten Wahlen in den USA, die Zwischenwahlen 2026, nahtlos anstehen, wird es für die Demokraten entscheidend sein, klare Vorschläge zu formulieren, um Wähler zurückzugewinnen und sich nicht nur auf die Konfrontation mit Trump zu fokussieren.