Ab April 2025 wird in Südbrandenburg ein wegweisendes Pilotprojekt gestartet, das die Einführung von Tele-Notärzten vorsieht. Laut rbb24 sollen diese Tele-Notärzte bei weniger dringlichen Notfällen aus der Ferne Unterstützung geben und dabei mit modernster Technologie ausgestattet werden. Die Notärzte werden von der Leitstelle Lausitz aus arbeiten und mit Monitoren sowie spezieller Software in der Lage sein, Notfallsanitäter optimal zu unterstützen.

Insgesamt werden 24 Notärztinnen und Notärzte an der Rettungsdienstschule in Cottbus ausgebildet. Alle 125 Notarztfahrzeuge und Rettungswagen in Südbrandenburg erhalten die notwendige Technik, darunter Kameras und Tablets, um die Kommunikation mit den Tele-Notärzten zu ermöglichen. Ziel des Projekts ist es, die Versorgungssicherheit im Rettungsdienst zu steigern und die Kompetenzen der Notfallsanitäter zu erhöhen. Es wird mit Strukturstärkungsmitteln in Höhe von 900.000 Euro finanziert, die im Zuge des Kohleausstiegs bereitgestellt wurden.

Ausbildung von Notfallsanitätern

Um die steigende Nachfrage im Rettungsdienst zu bewältigen, sind gut ausgebildete Notfallsanitäter unerlässlich. Wie cottbus.de berichtet, findet die theoretische Ausbildung an der Lausitzer Rettungsdienstschule in der CTK-Akademie in Cottbus statt und dauert drei Jahre. Die Ausbildung beginnt am 1. September und umfasst verschiedene Inhalte, die für die Einsätze im Notfall wichtig sind. Dazu zählen die Erfassung der Lage am Einsatzort, die Beurteilung des Gesundheitszustands und die Durchführung medizinischer Erstversorgungsmaßnahmen.

Die Voraussetzungen für den Ausbildungsstart sind unter anderem die Fachoberschulreife sowie ein Führerschein der Klasse B. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Kommunikationsfähigkeit und Interesse an städtischen und öffentlichen Angelegenheiten ebenfalls wichtig sind, um in diesem Berufsfeld erfolgreich zu sein. In diesem Zusammenhang sind auch Grundkenntnisse im Umgang mit PC und Maschineschreiben vorteilhaft.

Der Zukunftsweg: Telemedizin

Die Vorstellung von Tele-Notärzten ist Teil einer größeren Strategie, die Telemedizin stärker in die Gesundheitsversorgung zu integrieren. Das Bundesgesundheitsministerium stellt fest, dass Telemedizin audiovisuelle Kommunikationstechnologien für Diagnostik, Konsultation und medizinische Notfalldienste nutzt, was besonders in ländlichen Regionen von Bedeutung ist. Mit der Einführung der Videosprechstunden, die seit 2017 regelhaft vergütet werden, gab es einen Anstieg in der Nutzung dieser Technologien, der durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt wurde. Die Erbringung ärztlicher Bereitschaftsdienstleistungen per Videosprechstunde ist seit April 2022 möglich.

Telemedizin wird von vielen Fachleuten als Schlüssel zu einer modernen und effizienten Gesundheitssystemgestaltung gesehen, die den steigenden Anforderungen und dem Fachkräftemangel begegnen kann. Innovative Ansätze wie der Einsatz von sendertauglichem Telemonitoring könnten neue Behandlungsmöglichkeiten in der Regelversorgung etablieren, was die Qualität der medizinischen Versorgung nachhaltig verbessert.

Insgesamt verdeutlicht das Projekt in Südbrandenburg, wie technologische Fortschritte in der Ausbildung und im Rettungsdienst zusammenwirken, um die medizinische Versorgung nicht nur effizienter, sondern auch sicherer zu gestalten. Der Einsatz von Telemedizin könnte somit ein entscheidender Schritt zur Überwindung des Ärztemangels in ländlichen Gebieten sein.