Brandenburg setzt einen weiteren Schritt in Richtung umweltfreundlicher Mobilität. Der Landkreis hat beschlossen, zusätzliche 2,3 Millionen Euro in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur rund um die Heidekrautbahn zu investieren. Dies wurde notwendig, da globale Krisen und Lieferengpässe die Kosten für das Projekt erhöht haben. Der Ausbau ist Teil eines größeren Programms zur Verbesserung des Schienenverkehrs in der Region.
Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) hat bereits wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Triebzüge auf der Strecke der Heidekrautbahn RB27 eingeführt. Diese Züge sind ein zentraler Bestandteil der strategischen Umstellung auf nachhaltige Mobilität und sollen bis Ende 2024 in größerer Zahl verfügbar sein. Insgesamt sind für diese Umrüstung der Wasserstoff-Infrastruktur Investitionen in Höhe von rund 116 Millionen Euro eingeplant.
Geplante Wasserstoffzüge und Infrastruktur
Ab Dezember 2024 werden im nördlichen Umland Berlins sechs Wasserstoff-Züge in Betrieb genommen. Die Projektkosten belaufen sich auf etwa 100 Millionen Euro. Partner in diesem ehrgeizigen Ansatz sind unter anderem die NEB, Enertrag und die Kreiswerke Barnim. Die NEB erhält staatliche Fördermittel in Höhe von rund 9 Millionen Euro für den Kauf der Züge.
Enertrag plant den Bau eines Wasserstoffwerks zur Produktion von grünem Wasserstoff aus Windkraft, welches mit 13 Millionen Euro vom Bund unterstützt wird. Zudem erhalten die Kreiswerke Barnim 2,5 Millionen Euro zur Errichtung einer Wasserstoff-Zugtankstelle. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Nutzung von Wasserstoff im öffentlichen Nahverkehr nachhaltig zu fördern.
Herausforderungen und Lösungen
Ein Ziel dieser Initiative ist es, CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Laut Schätzungen könnten durch die neue Wasserstoff-Technologie bis zu 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zu dieselbetriebenen Zügen eingespart werden. Verbindliche Kooperationen mit Forschungsinstitutionen wie der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sollen technische Herausforderungen meistern und die Effizienz der Wasserstoffnutzung steigern.
In der Vergangenheit gab es jedoch Herausforderungen hinsichtlich der Wasserstoff-Versorgung, die dazu führten, dass vier von fünf Zügen zuerst stillgelegt werden mussten. Seit Mitte Januar 2025 sind die Züge jedoch wieder im Einsatz. Sven Tombrink, Prokurist der NEB, hebt hervor, wie wichtig der Umbau des Betriebsgeländes in Basdorf für die Wartung und den Betrieb dieser neuen Wasserstoff-Fahrzeuge ist.
Die Heidekrautbahn, die 1961 durch den Mauerbau unterbrochen wurde, wird aktuell im Rahmen des Investitionsprogramms i2030 für den Schienenausbau reaktiviert. Zukünftig ist auch eine direkte Anbindung der Heidekrautbahn vom Bahnhof Wilhelmsruh an den Bahnhof Gesundbrunnen geplant, was die Verbindungen für die Fahrgäste erheblich verbessern dürfte.
Für die Wasserstoff-Versorgung gibt es umfassende wissenschaftliche Analysen und Studien zu Lebenszyklusbewertung und ökologischen Auswirkungen der Wasserstoffinfrastruktur. Diese sind entscheidend für die Planung und Umsetzung einer nachhaltigen Wasserstoffstrategie in Deutschland. In den letzten Jahren wurden zahlreiche wichtige Erkenntnisse über verschiedene Wasserstoffversorgungssysteme und deren Effizienz gewonnen, die für die zukünftige Entwicklung von Bedeutung sind.
Die gesamte Initiative zeigt, wie Brandenburg und seine Partner gemeinsam an der Umsetzung von umweltfreundlicher Mobilität arbeiten und gleichzeitig auf die Herausforderungen der globalen Krisen reagieren.
Für weitere Informationen zu diesen Entwicklungen, lesen Sie die Berichte auf rbb24, next-mobility und ffe.de.