Am 22. Januar 2025 wurde die Stadt Aschaffenburg von einem tragischen Vorfall erschüttert, als ein 28-jähriger afghanischer Flüchtling in einem Park eine Messerattacke verübte. Bei diesem Angriff kamen ein zweijähriger Junge marokkanischer Herkunft und ein 41-jähriger Deutscher ums Leben. Der Täter, der psychisch auffällig und ausreisepflichtig war, stach mit einem 32 cm langen Küchenmesser mindestens siebenmal auf den Jungen ein. Die Tat ereignete sich während einer Zeit, in der sich eine Kindergartengruppe im Park aufhielt.
Ein mutiger Versuch, den Angriff zu stoppen, kam von einer 59-jährigen Erzieherin, die jedoch von dem Angreifer zur Seite gestoßen wurde und sich dabei eine Handfraktur zuzog. Auch ein 72-jähriger Deutscher wurde schwer verletzt, als er versuchte einzugreifen. Der Täter konnte 12 Minuten nach dem ersten Notruf in der Nähe von Bahngleisen festgenommen werden. Die blutverschmierte Tatwaffe wurde sichergestellt.
Politische Reaktionen und Trauer
Nach der schrecklichen Tat wurde in der Stadt und darüber hinaus große Trauer und Bestürzung laut. Gedenkveranstaltungen, darunter eine friedliche Kundgebung mit 3.000 Teilnehmern, stellten ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft dar. Bundeskanzler Olaf Scholz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerten sich kritisch über die versäumten Maßnahmen der Behörden und forderten eine umfassende Aufklärung der Umstände.
Die Ermittlungen haben sich darauf konzentriert, warum der Täter, trotz seiner Vorgeschichte, noch in Deutschland war. Der Verdächtige war vor der Tat wegen Gewalttaten polizeibekannt und befand sich in psychiatrischer Behandlung. Professor Henning Saß, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, betont, dass Migration allein nicht psychisch krank macht, jedoch das Risiko für psychische Störungen steigern kann, insbesondere angesichts der Belastungen durch Flucht und Integrationsherausforderungen. Während etwa 10% der Tötungsdelikte von psychotisch Erkrankten begangen werden, sind nur 2-3% der Allgemeinbevölkerung betroffen.
Die Situation psychisch Kranker mit Migrationshintergrund
Eine zusätzliche Dimension des Problems beleuchtet der Bericht der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN). Die Organisation weist auf die Herausforderungen hin, die die Zunahme von geflüchteten Menschen in Deutschland mit sich bringt. Viele dieser Neuankömmlinge sind psychisch schwer belastet und haben Schwierigkeiten, Zugang zur nötigen psychosozialen Versorgung zu finden. Die Rate von Posttraumatischen Belastungsstörungen ist in dieser Gruppe im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bis zu zehnmal erhöht.
Um die Versorgung von psychisch erkrankten Personen mit Migrationshintergrund zu verbessern, sind laut DGPPN klare strukturelle Rahmenbedingungen erforderlich. Vorschläge beinhalten unter anderem die Kostenübernahme für Sprach- und Kulturmittler sowie Schulungen für Erstaufnahmeeinrichtungen, um psychische Symptome besser zu erkennen und zu behandeln. Die gegenwärtige Situation ist durch mangelnde therapeutische und präventive Maßnahmen geprägt, die eine effektive Unterstützung psychisch Kranker verhindern.
Der Vorfall in Aschaffenburg ist somit nicht nur eine tragische Gewalttat, sondern wirft auch grundlegende Fragen zur Integration, zur Gesundheitsversorgung und zur Unterstützung psychisch Erkrankter auf. Die politische Diskussion über die Versäumnisse in der Migrationspolitik und die Notwendigkeit von Abschiebungen könnte eine grundlegende Neubewertung der bestehenden Strukturen und Angebote nach sich ziehen.
Für die Hinterbliebenen des tragischen Vorfalls ist es ein schwerer Verlust. Der verstorbene Junge soll in seiner Heimat Marokko beigesetzt werden.
Auf die Herausforderungen der Versorgung psychisch Kranker in der Gesellschaft hat auch die Bundespsychotherapeutenkammer hingewiesen, die fordert, dass die Bedürfnisse dieser vulnerablen Gruppen bei der Gesundheitsversorgung stärker berücksichtigt werden sollten. Ein klarer Handlungsbedarf ist erkennbar, um ähnliche Tragödien in Zukunft zu verhindern.
inFranken berichtet, dass …
FAZ beschreibt die Situation psychisch Kranker …
DGPPN hebt die gesundheitlichen Herausforderungen …