Dr. Marcus Funck, ein renommierter Antisemitismusforscher an der Technischen Universität Berlin, wurde als externes Mitglied in die neu gegründete Enquete-Kommission berufen. Diese Kommission trägt den Titel „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“. Sie wurde Ende Februar 2025 durch das Berliner Abgeordnetenhaus eingesetzt und besteht aus insgesamt 26 Mitgliedern, darunter 14 Abgeordnete und 12 externe Fachleute aus der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft, wie tu.berlin berichtet.
Das Hauptziel der Kommission ist die Entwicklung von Strategien für ein friedliches und diskriminierungsfreies Zusammenleben in Berlin. Die Arbeit wird sich auf die Überprüfung bestehender Programme zur Demokratieförderung und Antidiskriminierung konzentrieren sowie darauf, neue Programme zu entwickeln und dauerhafte Strukturen, einschließlich finanzieller Unterstützung, zu schaffen. Funck, der seit 2011 am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin tätig ist und den Studiengang „Interdisziplinäre Antisemitismusforschung“ leitet, hebt die Bedeutung einer wissenschaftlichen Perspektive für die Kommissionsarbeit hervor.
Zusammensetzung und Herausforderungen der Kommission
Die Enquete-Kommission erhält Unterstützung von der politischen Vielfalt Berlins; Personalvorschläge von CDU, SPD, Grünen und Linken fanden mit deutlicher Mehrheit Zustimmung. Allerdings wurden die Kandidaten der AfD ausgeschlossen, was zeigt, dass parteipolitische Spannungen auch hier bestehen. Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), äußerte die Hoffnung auf einen respektvollen Dialog und Kompromisse. Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh hebt hervor, dass Vielfalt und Toleranz für die Zukunft Berlins entscheidend sind, wo rund 1,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben, wie rbb24 berichtet.
Die Kommission soll bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode konkrete Ideen und Vorschläge entwickeln. Diese Ergebnisse werden in einem Bericht an das Parlament weitergegeben. Um die Herausforderungen umfassend anzugehen, äußerte Grüne-Fraktionschefin Bettina Jarasch Bedenken, dass die Kommission möglicherweise nur als Ablenkungsmanöver fungieren könnte, während Linken-Abgeordnete Elif Eralp auf die Notwendigkeit hinweist, strukturellen Rassismus zu thematisieren.
Forschung und gesellschaftlicher Kontext
Die Arbeit von Dr. Funck und der neuen Kommission ist eingebettet in einen breiteren Kontext von Initiativen gegen Antisemitismus und Diskriminierung in Deutschland. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die Forschung zu Antisemitismus mit rund 12 Millionen Euro gefördert. Zehn Forschungsverbünde in Deutschland setzen sich mit verschiedenen Aspekten des Antisemitismus auseinander, darunter die Prävention in Bildungseinrichtungen und der rechtliche Umgang mit antisemitischen Vorfällen. Diese Projekte zielen darauf ab, Politik und Gesellschaft mit den notwendigen Informationen und Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus zu unterstützen, wie bmbf.de berichtet.
Die interdisziplinäre und standortübergreifende Forschung ist von fundamentaler Bedeutung für den Kampf gegen Antisemitismus. Dazu gehören beispielsweise Initiativen wie das Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert an der Technischen Universität Berlin und Studien zu jüdischen Reaktionen auf antisemitische Erfahrungen. Durch diese wissenschaftlichen Perspektiven bietet die Kommission unter der Leitung von Marcus Funck eine wertvolle Ressource für die Entwicklung nachhaltiger Strategien gegen Diskriminierung und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Hauptstadt.