US-Präsident Donald Trump hat heute, nur wenige Stunden nach seinem Antritt zur zweiten Amtszeit, den Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angekündigt. Diese Entscheidung erfolgt in einem Kontext, der von scharfer Kritik der WHO an der Trump-Administration geprägt ist. Trump wirft der Organisation vor, während der Covid-19-Pandemie und anderen Gesundheitskrisen unangemessen gehandelt zu haben und die USA unfair belastet zu haben. Er beschuldigt die WHO, „abgezockt“ zu werden und behauptet, dass sie unter dem politischen Einfluss Chinas steht.

Die WHO reagierte mit Bedauern auf den angekündigten Rückzug und weist darauf hin, dass die USA ein wichtiger Partner in der globalen Gesundheitspolitik sind. Sie hebt hervor, dass in der Vergangenheit viele Leben gerettet wurden, darunter auch durch die Zusammenarbeit bei der Ausrottung der Pocken. Der aktuelle Haushalt der WHO für 2024 und 2025 beträgt etwa 6,83 Milliarden US-Dollar, wobei die USA in den letzten zehn Jahren einer der größten Geldgeber waren, mit Beiträgen zwischen 163 und 816 Millionen Dollar jährlich.

Folgen des Rückzugs

Experten warnen, dass der Rückzug der USA Programme der WHO gefährden könnte, insbesondere solche, die auf die Bekämpfung von Tuberkulose und HIV/AIDS abzielen. Der Finanzbedarf der WHO für 2023 wird auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt, zugleich fordern internationale Gesundheitsexperten einen konstruktiven Dialog, um die Entscheidung zu überdenken. Der Gesundheitsminister Deutschlands, Karl Lauterbach, bezeichnete Trumps Entschluss als schweren Schlag und äußerte Bedenken über die möglichen negativen Folgen für Hilfsprogramme.

Zusätzlich plant Trump, die Verhandlungen über den WHO-Pandemievertrag einzustellen und US-Mitarbeiter von der WHO abzuziehen. Diese Entscheidung könnte zu einem weiteren Rückgang der internationalen Zusammenarbeit während globaler Gesundheitskrisen führen. Die WHO ist auf internationale Kooperation angewiesen und verfügt über keine Durchgriffsrechte, was die Auswirkungen des amerikanischen Rückzugs erheblich verschärfen könnte.

Finanzierungs- und Vertrauenskrise der WHO

Die WHO steht aktuell nicht nur unter dem Druck des amerikanischen Austritts, sondern sieht sich auch mit einer Finanzierungs- und Vertrauenskrise konfrontiert. Der Großteil der Mittel stammen aus freiwilligen Beiträgen, die häufig projektgebunden sind. Der jüngste Bericht zeigt, dass nur 12% der Gelder aus vorhersehbaren Zuwendungen kommen. Zudem ist weniger als ein Drittel der Einnahmen auf eine handvoll von Ländern und Organisationen angewiesen, was die Autonomie der WHO weiter einschränkt.

Der bevorstehende Weltgesundheitsgipfel 2024, der vom 13. bis 15. Oktober in Berlin stattfinden wird, wird sich mit den Herausforderungen der globalen Gesundheit und den notwendigen Finanzierungsstrategien befassen. Unter dem Motto „Building Trust for a Healthier World“ sollen über 350 Redner aus mehr als 100 Ländern zusammenkommen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Der Generalsekretär der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, betont die Dringlichkeit, Vertrauen aufzubauen und die Ressourcen zu sichern, um Gesundheitskrisen in der Zukunft besser zu bewältigen.

In Anbetracht der gegenwärtigen weltweiten Gesundheitskrisen, zu denen auch 17 große Krisen gezählt werden, bleibt zu hoffen, dass der Dialog zwischen den Mitgliedsstaaten und der WHO fortgesetzt wird, um die Herausforderungen anzugehen und die Ressourcen für die rettenden Programme bereit zu stellen.

Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend dafür sein, wie die internationale Zusammenarbeit im Gesundheitssektor angesichts dieser schwierigen Umstände weitergeht. Die Bedenken von Experten und politischen Führern hinsichtlich der möglichen Folgen des US-Rückzugs sind berechtigt und sollten dringend adressiert werden.

Für weitere Informationen über die aktuelle Situation der WHO und deren Herausforderungen besuchen Sie die Artikel von Welt, ZDF und Euractiv.