Jette Nietzard, die Vorsitzende der „Grünen Jugend“, sorgt mit ihrem neuesten Auftritt auf Social Media für Aufsehen. In einem veröffentlichten Video zeigt sie sich in einem lässigen Sweater und Jogginghose und erklärt, dass sie auch im Berufsleben, einschließlich ihrer angestrebten Zeit im Bundestag, in diesem Look auftreten möchte. Trotz ihrer provokanten Haltung sind ihre aktuellen Moden nicht unumstritten, da sie momentan kein Mandat als Abgeordnete im Bundestag hat. Die Reaktionen auf ihr Outfit sind vorwiegend negativ. Nutzer zitieren beispielsweise Karl Lagerfeld: „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Ein weiterer Kommentar besagt gar: „Das Land ist dem Untergang geweiht.“
Die Kritiker betonen, dass der Kleidungsstil den Respekt gegenüber der Institution ausspiegeln sollte. Auf diese Kritik reagiert Nietzard jedoch selbstbewusst und betont, dass sie trotz ihres Outfits kompetente Antworten geben kann. Dies ist nicht ihr erstes Mal, dass sie mit kontroversen Bildern, wie solchen im Bikini oder an einer Pole-Dance-Stange, auf ihren Social Media-Kanälen auf sich aufmerksam macht. Derartige Außendarstellungen haben in der Vergangenheit Fragen zu ihrer Eignung als politisch aktive Person aufgeworfen.
Hintergrund zu Jette Nietzard
Geboren 1999 in Leverkusen, hat Nietzard eine rasante Karriere in der Politik hinter sich. Seit Oktober 2024 ist sie Bundessprecherin der Grünen Jugend, zusammen mit Jakob Blasel. Zuvor war sie Schülersprecherin am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium in Bergisch Gladbach und schloss 2022 ihr Studium der Erziehung und Bildung in der Kindheit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin ab. Ihre Bachelorarbeit thematisierte die Wechselwirkung von Ökonomisierung und Professionalisierung in der frühkindlichen Bildung.
Nach ihrem Abschluss arbeitete Nietzard unter anderem als Projektleiterin für das Berliner jugendFORUM 2022 und war für das Deutsche Kinderhilfswerk tätig. Politisch aktiv ist sie seit 2019 im Kreisverband Berlin-Lichtenberg und konnte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2021 sowie erneut 2023 beachtliche Stimmenanteile erzielen. Trotz ihrer Erfolge im Wahlkampf sieht sie sich jedoch auch immer wieder mit innerparteilicher und medialer Kritik konfrontiert – zuletzt für einen umstrittenen Tweet, der nach der Bundestagswahl im Februar 2025 veröffentlicht wurde.
Politische Kommunikation im Wandel
Die Diskussionen um Nietzards Outfit und ihre öffentliche Wahrnehmung verdeutlichen den Wandel in der politischen Kommunikation, der durch soziale Medien vorangetrieben wird. Wie die bpb erläutert, ermöglichen soziale Medien politischen Akteuren, direkt mit einem breiten Publikum zu kommunizieren, wodurch eine interaktive Plattform für Bürger und Politiker entsteht. Massenmedien spielen weiterhin eine Schlüsselrolle, doch der Zugriff auf diese Informationen erfolgt zunehmend online.
Insbesondere jüngere Wählerinnen und Wähler werden über digitale Kanäle angesprochen, während sich die Methoden der politischen Kommunikation weiterentwickeln. Politikerinnen und Politiker wie Nietzard setzen gezielt auf soziale Plattformen, um ihre Botschaften zu verbreiten und auf Feedback zu reagieren. Die Interaktionen in sozialen Medien können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das öffentliche Image von Politiker*innen haben, wobei oft negative Botschaften mehr Reaktionen generieren.
In Anbetracht der aktuellen Kontroversen um Nietzard wird deutlich, wie wichtig eine durchdachte digitale Kommunikationsstrategie für politische Akteure ist. Die Fähigkeit, Kritik zu kontern und sich zu positionieren, ist entscheidend in einer Zeit, in der jede Äußerung und jedes Bild schnell und weitreichend geteilt werden können.