Simon Rattle, einer der prominentesten Dirigenten der Gegenwart, steht kurz vor einem bedeutenden Ehrentag: Am 19. Januar 2025 feiert er seinen 70. Geburtstag. Der britische Musiker, der 1955 in Liverpool geboren wurde, hat sich nicht nur durch seine beeindruckende Karriere einen Namen gemacht, sondern auch durch sein Engagement für die Musikausbildung und -vermittlung. So wird Rattle, der von 2002 bis 2018 als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker tätig war, am Sonntag zudem mit dem prestigeträchtigen Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet, der mit 250.000 Euro dotiert ist. Tagesspiegel berichtet, dass Rattle in Berlin lebt, wo er mit seiner Ehefrau, der Mezzosopranistin Magdalena Kožená, und seiner Familie wohnt.
Nach seiner Zeit bei den Berliner Philharmonikern, die durch eine Vielzahl innovativer Programme und eine Erweiterung des Repertoires geprägt war, übernahm Rattle 2022 das BR-Symphonieorchester. Unter Rattles Leitung begann die erste Saison mit Haydns „Schöpfung“ und umfasste Werke von Mahler sowie zeitgenössische Kompositionen. Der Dirigent ist bekannt für seine Offenheit, verschiedene musikalische Genres zu kombinieren, und er strebt einen transparenten, farbenreichen Orchesterklang an. Abendzeitung München hebt hervor, dass Rattle eine Vorliebe für die klassische Moderne und zeitgenössische Musik hat, was sich auch in seinem Repertoire widerspiegelt.
Ein Leben für die Musik
Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis wird nur wenige Tage nach Rattles 70. Geburtstag, am 17. Mai 2025, verliehen. Die Auszeichnung wird „für ein Leben im Dienst der Musik“ geehrt, was Rattles Engagement in der Education-Arbeit und seine Zusammenarbeit mit Jugendlichen und sozialen Projekten unterstreicht. Der Film „Rhythm is it!“ dokumentiert seine bemerkenswerte Initiative mit Schülern aus Brennpunktschulen in Berlin. Dies zeigt einmal mehr, wie Rattle die Brücke zwischen klassischer Musik und jungen Menschen schlägt.
Die Kulturstaatsministerin Claudia Roth lobte Rattles Fähigkeit, Emotion und Geschichte in die Musik einzubringen. Zudem wurde sein Ansatz, das Publikum dazu zu ermutigen, Konventionen im Konzert zu hinterfragen und eine emotionale Verbindung zur Musik herzustellen, positiv hervorgehoben. Dennoch hat Rattle, so BR-Klassik, auch Kritiker unter den Philharmonikern, die seine innovativen Ansätze hinterfragen.
Zukunftsvisionen
Ein weiterer Kritikpunkt ist Rattles Bestreben, historisch informierte Aufführungspraktiken in die Arbeit mit traditionellen Orchestern zu integrieren. Trotz dieser Herausforderungen verfolgt Rattle seine Vision mit Entschlossenheit. Er plant, das Preisgeld des Ernst-von-Siemens-Musikpreises in Höhe von 250.000 Euro zu verwenden, um ein Originalklang-Ensemble beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks aufzubauen. Diese Initiative zeigt sein unermüdliches Bestreben, die Musik weiterzuentwickeln und sie für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.
Rattle wird als einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit angesehen, dessen Repertoire von Bach über Mahler bis hin zu zeitgenössischen Komponisten reicht. Er hat während seiner beeindruckenden Karriere zahlreiche Uraufführungen durchgeführt und war verantwortlich für bedeutende Projekte wie die Gründung der Digital Concert Hall während seiner Zeit mit den Berliner Philharmonikern. In der kommenden Zeit, insbesondere zum Anlass seines 70. Geburtstags, plant BR-Klassik Sondersendungen, um seinem Lebenswerk gerecht zu werden.