Am 3. März 2025 hat der Film „No Other Land“ den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen. Der bewegende Streifen erzählt die Geschichte von Palästinensern, die ihre Häuser vor der Zerstörung durch das israelische Militär schützen. Inmitten der angespannte politischen Lage dokumentiert der Film die Zerstörung der Heimatstadt des Aktivisten Basel Adra, Masafer Yatta, die von israelischen Soldaten abgerissen wird, um dort ein militärisches Trainingsgelände einzurichten. Laut Al Jazeera wird Adra bei seiner besonderen Mission von dem jüdisch-israelischen Journalisten Yuval Abraham unterstützt, der hilft, seine Geschichte an ein breiteres Publikum zu bringen.
Bei der Oscar-Verleihung appellierte Adra an die internationale Gemeinschaft, ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen, um die Ungerechtigkeit und die ethnische Säuberung des palästinensischen Volkes zu beenden. Er erklärte, dass der Film die harte Realität widerspiegelt, die Palästinenser seit Jahrzehnten erleben, und forderte ein Ende der Gewalt gegen seine Mitbürger. Abraham betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit und kritisierte die israelische Regierung, die das Leben von Adra und vielen anderen Palästinensern zerstört.
Politischer Hintergrund und Reaktionen
Die Premiere von „No Other Land“ fiel in eine politisch aufgeladene Zeit, kurz nach dem verheerenden Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023, der zu einer massiven Militäroffensive Israels führte. Berichten gemäß, wurden durch die Angriffe fast 1.200 Menschen in Israel getötet, darunter mindestens 36 Kinder, während mehr als 46.600 Menschen im Gazastreifen, darunter über 17.000 Kinder, durch die israelische Armee das Leben verloren. Insgesamt wurden mehr als 1,9 Millionen Palästinenser*innen innerhalb des Landes vertrieben, was die humanitäre Lage im Gazastreifen katastrophal macht. Die Blockade und fortgesetzte Angriffe durch Israel haben Zivilpersonen stark getroffen und die Infrastruktur stark beschädigt, was von Amnesty International als gravierender Verstoß gegen die Menschenrechte angesehen wird.
Zudem riefen die Filmemacher von „No Other Land“ nicht nur dazu auf, die ethnische Säuberung der Palästinenser zu stoppen, sondern forderten auch die Freilassung der israelischen Geiseln, die seit den Kämpfen vom 7. Oktober in Gefangenschaft gehalten werden. Ihr Appell thematisiert die anhaltenden humanitären Probleme im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts, der auch immer mehr in Hollywood und der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Der Film hat bereits mehrere Preise gewonnen, darunter den Publikumspreis und den Dokumentarfilmpreis beim Internationalen Filmfestival Berlin 2024.
Der Weg zum Oscar
Trotz seines kritischen Themas und positiver Reaktionen hatte „No Other Land“ Schwierigkeiten, einen Distributor in den USA zu finden, was die Sichtbarkeit des Films stark einschränkte. Die Filmemacher organisierten eine einwöchige Aufführung im Lincoln Center, um sich für die Oscars zu qualifizieren. Die Verwendung von Camcorder-Aufnahmen aus Adras persönlichem Archiv bietet dem Zuschauer verstörende Einblicke in die Zerstörung von Schulen und das Leiden der Zivilbevölkerung, stets untermalt von eindringlichen Bildern von weinenden Kindern und gewaltsamen Vorfällen.
Der Erfolg von „No Other Land“ ist auch ein gewichtiges Zeichen für die Aufklärung über die Realität, mit der viele Palästinenser konfrontiert sind. Der Film bemüht sich, den Mut und den Widerstand der Menschen hervorzuheben, die trotz der widrigen Umstände ihr Zuhause und ihre Identität verteidigen.