Am 11. Januar 2025 hat die sudanesische Armee in einer bedeutenden Offensive die Kontrolle über Wad Madani, die Hauptstadt des El Gezira-Staats, zurückerobert. Die Armee und verbündete bewaffnete Gruppen drängten die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) aus der Stadt, die seit Dezember 2023 unter deren Kontrolle stand. Die Armee erklärte, dass ihre Kräfte nun daran arbeiten, die verbliebenen Rebellenhorte in Wad Madani zu eliminieren. Ein Video, das von der Armee veröffentlicht wurde, zeigt Soldaten, die in der Stadt präsent sind und somit die angebliche Befreiung untermauern. Diese militärische Aktion könnte als entscheidender Wendepunkt in dem seit April 2023 andauernden Konflikt betrachtet werden.

Die RSF hat in der Vergangenheit schwerwiegende Vorwürfe gegen sich gehört, darunter Kriegsverbrechen, gezielte Angriffe auf Zivilisten, Plünderungen und sexuelle Gewalt. Die US-Regierung erhebt zudem den Vorwurf des Völkermords gegen die RSF und hat Sanktionen gegen deren Anführer, Mohammed Hamdan Daglo (Hemedti), verhängt. Das militärische Vorantreiben der Armee könnte auch als direkte Antwort auf den massiven humanitären Druck interpretiert werden, der das Land plagt. Nach Schätzungen sind mittlerweile über 12 Millionen Menschen aufgrund des Konfliktes vertrieben worden, mit mehr als drei Millionen, die ins Ausland geflohen sind.

Strategische Bedeutung von Wad Madani

Wad Madani nimmt eine strategisch wichtige Position ein, da sie an entscheidenden Versorgungsstraßen liegt und in der Nähe von Khartum befindet. Die Kontrolle über die Stadt könnte der Armee ermöglichen, ihre Offensive auszuweiten und möglicherweise die vollständige Rückeroberung von El Gezira zu ermöglichen. Die RSF hat regionenweit für erhebliche Gewalt gesorgt, einschließlich des Angriffs auf zivile Infrastrukturen. Obgleich die RSF weiterhin die Mehrheit von El Gezira, westlichem Darfur und Teilen des südlichen Sudans kontrolliert, scheinen die Fortschritte der Armee den Verlauf des Konflikts nachhaltig beeinflussen zu können.

Die humanitäre Lage spitzt sich weiter zu. Laut dem UN-Sicherheitsrat besteht die Gefahr, dass sich Hungersnotbedingungen in Sudan ausbreiten, wenn nicht sofortige Maßnahmen ergriffen werden. Die Hilfslieferungen werden durch die anhaltenden Kämpfe und die damit verbundenen Einschränkungen stark behindert. Prognosen deuten darauf hin, dass bis zur Mitte des Jahres 2025 fünf weitere Regionen von schwerer Hungersnot bedroht sein könnten, was die bereits alarmierende Situation noch verschärfen würde.

Humanitäre Krise und Unterstützung

Im Jahr 2025 planen humanitäre Organisationen, rund 21 Millionen Menschen in Sudan zu unterstützen. Diese Zahl spiegelt etwa die Hälfte der gesamten Bevölkerung wider, die zunehmend unter Hunger leidet. Die Kriterien für humanitäre Hilfe sind durch die intensiven Kämpfe und die eingeschränkte Zugänglichkeit zu gefährdeten Gebieten noch restriktiver geworden. Der Humanitarian Needs Response Plan 2025 sieht die Bereitstellung von 4,2 Milliarden Dollar vor, um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu decken, einschließlich Essen, Wasser und Unterkünfte.

Die Präsenz der RSF und die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen haben auch Auswirkungen auf die Flüchtlinge in den Lagern. Berichten zufolge sind die Lebensbedingungen in diesen Einrichtungen katastrophal, insbesondere im größten Flüchtlingslager, Zamzam, wo schwerer Artilleriebeschuss mehrere zivile Opfer gefordert hat. Humanitäre Organisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen (MSF), haben die RSF für diese Angriffe verantwortlich gemacht und warnen vor einer immer schlechter werdenden Lage.

Die Entwicklungen in Wad Madani, gepaart mit der verschärften humanitären Krise, machen deutlich, dass 2025 ein entscheidendes Jahr für den Sudan sein könnte. Ohne einen sofortigen Stopp der Feindseligkeiten und ungehinderten Zugang für humanitäre Organisationen wird sich die Situation weiter zuspitzen. Die Notwendigkeit eines einvernehmlichen Friedens und einer stabilisierenden Intervention wird immer dringlicher, um das Leiden der sudanesischen Bevölkerung zu lindern und die humanitäre Hilfe in die betroffenen Gebiete zu ermöglichen. Al Jazeera berichtet, dass … Devdiscourse hebt hervor, dass … IPS News beschreibt die humanitäre Krise, die …