Am 6. Januar 2025, dem 1.047. Tag der russischen Invasion in der Ukraine, verschärfen sich die Kämpfe insbesondere in der Region Donetsk. Russland gibt bekannt, die Kontrolle über die Stadt Kurakhove übernommen zu haben. Diese Entwicklung könnte die logistische Unterstützung der ukrainischen Truppen erheblich beeinträchtigen, da Kurakhove nur 32 Kilometer südlich von Pokrovsk liegt, einem wichtigen Logistikzentrum für die Ukraine. In einem erbitterten Luftkampf meldete die ukrainische Luftwaffe, dass sie zwei von Russland gestartete Kh-59 Marschflugkörper abgeschossen und 79 von 128 gestarteten Drohnen abfangen konnte. Dennoch gelang es 49 „Imitator-Drohnen“, ihre Ziele zu erreichen, was die Herausforderungen für die ukrainischen Streitkräfte verdeutlicht.
Die ukrainische Militärführung hat zudem eine neue Offensive in der Region Kursk gestartet. Hier versuchen russische Truppen seit fünf Monaten, ukrainische Einheiten zurückzudrängen. Laut russischen Angaben sollen in den letzten 24 Stunden bis zu 340 ukrainische Soldaten in dieser Region gefallen sein. Die militärischen Auseinandersetzungen setzen sich fort und der Druck auf die ukrainischen Verteidigungskräfte bleibt hoch.
Humanitäre Lage in Kurakhove
Die Situation in Kurakhove ist äußerst dramatisch. Die Stadt ist laut dem Polizeichef Artem Shchus von russischen Streitkräften umzingelt, wobei sich die Angreifer weniger als drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befinden. Zwischen 700 und 1.000 Menschen leben dort unter katastrophalen Bedingungen, viele in Kellern ohne Wasser, Heizung oder Strom. Seit Mitte Oktober hat es keine humanitäre Hilfe mehr gegeben. Tagtäglich wird die Stadt mit Artilleriebeschuss, Luftbombardements und Drohnenangriffen attackiert. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Umstände in Kurakhove und Pokrovsk als die herausforderndsten im Land.
Die lokale Infrastruktur, darunter wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen, ist weitgehend zerstört. Während die 33. Brigade täglich etwa 50 Granaten auf die vorrückenden russischen Streitkräfte abfeuert, versuchen Teams von Polizei und Territorialverteidigung verzweifelt, die Bevölkerung zu schützen. Der Weg nach Kurakhove wurde zur „Straße des Todes“ ernannt, da zivile Fahrzeuge dort regelmäßig Ziel von Angriffen werden.
Politische Entwicklungen und internationale Reaktionen
US-Außenminister Anthony Blinken betont die strategische Bedeutung der ukrainischen Position in Kursk für zukünftige Verhandlungen. Gleichzeitig sieht Blinken eine besorgniserregende Entwicklung in der Zusammenarbeit Russlands mit Nordkorea, die sich offenbar auch auf den Ukraine-Konflikt auswirkt. Der ukrainische Präsident Selenskyj äußerte, dass die Sicherheitsgarantien für Kiew nur dann wirksam seien, wenn die USA bereit sind, diese zu unterstützen. Er fügte hinzu, die Ukrainer setzten auch Hoffnung in Trump, um Moskau zur Beendigung des Krieges zu bewegen.
In einem weiteren wichtigen politischen Schritt reist eine slowakische Regierungsdelegation nach Brüssel, um die Gassituation zu erörtern, nachdem die Ukraine das Abkommen beendet hat, das den Transport von russischem Gas durch ihr Territorium in einige europäische Länder, darunter die Slowakei, regelte.
Die globalen Auswirkungen des Konflikts sind tiefgreifend und betreffen zunehmend das internationale System. Der Krieg hat zur Polarisierung des globalen politischen Klimas beigetragen, wobei sich Russland engere Beziehungen zu Staaten wie dem Iran und Nordkorea aufbaut. Diese militärische Kooperation droht, die Stabilität in der Region zu untergraben und gefährdet letztlich auch die weltweite Ernährungssicherheit sowie die Energiemärkte.
Die fortdauernden Auseinandersetzungen stellen eine erhebliche Bedrohung für Sicherheit und Stabilität dar und könnten die internationale Ordnung weiter schwächen. Wie die SWP analysiert, hat der Konflikt auch dazu geführt, dass Russland und seine Verbündeten einen stärkeren Einfluss auf internationale Strukturen anstreben, während der Westen sich zunehmend isoliert.
Die Entwicklungen des Krieges und seine globalen Auswirkungen bleiben ein Thema von zentraler Bedeutung, sowohl für die betroffenen Regionen als auch für die internationale Gemeinschaft insgesamt.