Der Messerangriff in Aschaffenburg hat Ende Januar bundesweites Entsetzen ausgelöst. Bei diesem Vorfall, der sich am 24. Januar 2025 ereignete, wurden zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 28-jähriger afghanischer Mann, steht unter dem Verdacht des zweifachen Mordes, zweifachen versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung. Er befindet sich derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung, nachdem ein Ermittlungsrichter einen Unterbringungsbefehl erließ, aufgrund einer möglichen Schuldunfähigkeit zur Tatzeit, wie die Markt Spiegel berichtet.
Unter den Opfern sind ein zweijähriger Junge marokkanischer Herkunft und ein 41-jähriger deutscher Mann. Ein zweijähriges syrisches Mädchen sowie eine Erzieherin wurden ebenfalls schwer verletzt; die Erzieherin konnte das Krankenhaus bereits verlassen, während das Kind aufgrund seines Zustandes noch bis Montag in der Klinik bleiben muss.
Sonderkonferenz der Innenminister
Die brutale Gewalttat führte zu einer dringenden Reaktion der Innenministerinnen und -minister der Länder und des Bundes. Eine Sonderkonferenz, die per Video durchgeführt werden soll, wurde für den kommenden Montag geplant. Ulrich Mäurer, der Bremer Innensenator und Vorsitzende der Innenministerkonferenz, bestätigte die Notwendigkeit dieser Sitzung, um über den Umgang mit psychisch kranken Straftätern zu diskutieren, wie die Passauer neue Presse berichtet. Details zur Konferenz werden noch abgestimmt.
Der Vorfall in Aschaffenburg reiht sich in eine besorgniserregende Serie von Gewalttaten ein, die durch psychisch erkrankte Personen begangen wurden. Insbesondere die Innenminister der Länder betonen die Dringlichkeit, mit dieser Thematik besser umzugehen. In einer früheren Sitzung am 14. Juni wurde bereits die Notwendigkeit einer verbesserten Zusammenarbeit der Behörden hervorgehoben. Die Innenminister, darunter auch die Berliner Innensenatorin Iris Spranger, wiesen auf die Herausforderungen hin, die durch mangelhafte Kommunikation und die ärztliche Schweigepflicht entstehen, wie die Welt informierte.
Dringlichkeit der Maßnahmen
Die aktuellen Geschehnisse zeigen einmal mehr, dass Gewalttaten durch psychisch Erkrankte als eines der drängendsten Handlungsfelder gelten. Die Innenminister haben bereits verschiedene Beispiele wie den Amoklauf in Hanau und die Messerangriffe in Schleswig-Holstein und Hamburg als Anlass genommen, um über präventive Maßnahmen zu diskutieren. Ein Vorschlag aus Berlin zur Verbesserung der Behördenarbeit wird erwartet, um eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die Konzepte für den Umgang mit psychisch erkrankten Gewalttätern erarbeiten soll.
In den letzten Jahren sind zahlreiche ähnliche Vorfälle dokumentiert worden, die auf die Notwendigkeit schnellerer Hilfe und besserer Risikobewertung hinweisen. Psychische Erkrankungen steigen, jedoch fehlen erfasste Daten über Gewalttaten durch psychisch erkrankte Täter in der Kriminalstatistik. Ein Umdenken ist erforderlich, um zukünftig solche Tragödien zu verhindern.