In München hat ein gewalttätiger Vorfall in der S-Bahn für Aufsehen gesorgt. In der Nacht auf Montag wurde ein 27-jähriger Mann aus Afghanistan gegen 01:00 Uhr in der S-Bahn der Linie S2 Richtung Erding von einem unbekannten Täter mit einer Bierflasche angegriffen. Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem Erreichen des Bahnhofs Riem, nachdem es zu einem verbalen Streit zwischen den beiden Männern gekommen war, wie T-Online berichtet.

Trotz der schnellen Reaktion eines Zeugen und dem frühen Eintreffen der Polizei konnte der Täter am Bahnhof Riem entkommen. Der verletzte Mann erlitt eine Platzwunde am Kopf, die vor Ort von einem Notarzt versorgt wurde. Nach der Behandlung klagte er jedoch über Kopfschmerzen und konnte seinen Heimweg antreten. Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass der Mann einen Blutalkoholwert von 0,66 Promille hatte, was zusätzlich zur Eskalation des Streits beigetragen haben könnte, wie Merkur berichtet.

Ermittlungen und Sicherheitsmaßnahmen

Die Bundespolizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen und sichert derzeit die Videoaufzeichnungen am Bahnhof Riem. Bisher liegen jedoch keine weiteren Hinweise auf den Täter vor. Die Polizei bittet daher Zeugen des Vorfalls, sich zu melden, um zur Aufklärung beizutragen.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die generelle Sicherheitslage im öffentlichen Nahverkehr, die in den letzten Jahren nachweislich angestiegen ist. Eine aktuelle Kriminalitätsauswertung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für 2023 zeigt, dass dort die körperliche Gewalt auf einem zehnjährigen Rekordhoch steht. Täglich werden im Berliner Nahverkehr durchschnittlich elf Raubüberfälle und Körperverletzungen registriert. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 14.825 Straftaten im öffentlichen Nahverkehr verzeichnet, davon 4.181 physische Delikte – ein Anstieg im Vergleich zu 2022, wo 3.570 physische Delikte gezählt wurden, wie Epoch Times berichtet.

Die Sicherheitslage im öffentlichen Verkehr rückt damit sowohl in München als auch in anderen Städten wie Berlin stärker in den Fokus der Behörden und der Öffentlichkeit. Die Entwicklung fordert neue Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit für die Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln.