Die Komödie am Kurfürstendamm blickt mit Spannung auf eine neue Ausweichstätte in Berlin-Reinickendorf. Laut Theaterintendant Martin Woelffer sind die Entwicklungen der Besucherzahlen im Ernst-Reuter-Saal von großem Interesse. Die Pläne für diese Übergangsphase in Reinickendorf wurden bereits im Dezember 2022 vorgestellt, und es stehen in diesem Jahr Premieren von drei neuen Stücken an, darunter „Sherlock Holmes. Der Fall Moriarty“ und „Miss Merkel – Mord in der Uckermark“.
Das Theater, das 1924 von Max Reinhardt gegründet wurde, hat sich seit 1950 in der Verantwortung der Familie Woelffer fest etabliert. Die fast hundertjährige Geschichte in der Welt des Boulevardtheaters begann am Kurfürstendamm, wo die Bühne bis 2018 beheimatet war. Bis Ende 2022 wurde das Schiller Theater als temporäres Quartier genutzt, bevor die Komödie am Kurfürstendamm im März 2023 im Theater am Potsdamer Platz ein neues Zuhause fand.
Neubau und Programmvielfalt
Für die Zukunft ist ein Neubau am angestammten Platz geplant, dessen Fertigstellung für das kommende Jahr erwartet wird. Der Theaterchef Woelffer bezeichnete die Fortsetzung des Komödien-Neubaus als „beste Nachricht des Jahres 2024“. Parallel dazu wird im Sommer 2024 auch das Berliner Ensemble als weitere Ausweichstätte der Ku’damm-Bühne dienen.
Das Programm der Komödie umfasst nicht nur klassische Komödien, sondern auch moderne Inszenierungen, die dem veränderten Publikumsgeschmack Rechnung tragen. Erfolgreiche Stücke wie „Willkommen bei den Hartmanns” und „Mord im Orientexpress” zeigen die Breite des künstlerischen Angebots. Zudem werden die in Berlin produzierten Stücke auf Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterverwertet.
Geehrte Forschung und Theatergeschichte
Im Zusammenhang mit der reichen Geschichte des Theaters fand am 23. November 2024 die Verleihung des Max-Herrmann-Dissertationspreises an der FU Berlin statt. Dr. Christina Vollmert-Boldt wurde für ihre Dissertation über die theatrale Dimension bürgerlicher Festkultur ausgezeichnet. Diese Dissertation, die im Verlag J. B. Metzler veröffentlicht wurde, beleuchtet die wichtige Verbindung zwischen Theater und gesellschaftlichen Veranstaltungen im frühen 20. Jahrhundert.
Die Verleihung, begleitet durch eine Laudatio von Dr. Wolfgang Jansen, unterstrich die bedeutende Rolle von Max Herrmann in der Berliner Theaterwissenschaft und die Auszeichnung wurde von einer Vielzahl von Fachleuten begangen, die die anwesenden Gäste im Institut für Theaterwissenschaft begrüßten.
Die Komödie am Kurfürstendamm steht vor einer spannenden Zeit mit neuen Programmen und einem Neubau, und die laufenden Entwicklungen im Berliner Theater zeigen, dass das Interesse an Unterhaltungstheater ungebrochen ist. Die Verknüpfung von historischer Wertschätzung und modernen Inszenierungen prägt die Zukunft dieser traditionsreichen Institution.