In der Debatte um die Nutzung von Schulhöfen in Köln stehen die Stadtverwaltung und die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Die Stadt hat veranschlagt, dass die Betriebskosten für neun nachmittags geöffnete Schulhöfe in der Millionenstadt 500.000 Euro pro Jahr betragen werden. Dies wirft Fragen zur finanziellen Umsetzung und Sinnhaftigkeit solcher Projekte auf. Ein wichtiger Punkt ist das häufigere Reinigen und Abgeschlossenwerden der Schulhöfe am Abend, was zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich bringt. Geplant war ein offenes Schulhofmodell pro Stadtbezirk, welches aufgrund des Erfolgs um zwei Jahre verlängert wurde, aber Ende 2024 wegen angeblich fehlender Mittel beendet wurde.

Der Bedarf an Spiel- und Bewegungsräumen für Kinder ist gerade in dicht besiedelten Städten wie Köln enorm. Vorschulkinder und Schulkinder haben ein Recht auf Freiräume, die ihnen nach Schulschluss zur Verfügung stehen. Die Schulhöfe könnten hier als zusätzliche Begegnungsstätte dienen, betont der Arbeitskreis “Spielen in der Stadt” der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz. Bei der Planung müsste jedoch darauf geachtet werden, dass diese Freiflächen nicht als Ersatz für öffentliche Spielplätze betrachtet werden, sondern deren Funktion ergänzen. Gleichzeitig müssen Lösungen für eine kombinierte Schul- und Freizeitnutzung gefunden werden, um die Nutzung der Schulfreiflächen zu fördern, ohne Ängste oder Bedenken zu wecken.

Finanzielle Rahmenbedingungen

Die finanzielle Situation, insbesondere die Kürzungen im Sportetat für 2025 und 2026, stellt eine große Hürde für die Umsetzung dieser Spielraumplanung dar. Die Stadtverwaltung hat die Kritik erhalten, dass lebensnahe Entscheidungen nicht in Erwägung gezogen werden. Die Situation wird durch die Tatsache erschwert, dass Sportvereine Schwierigkeiten haben, Übungsleiter zu bezahlen, und Fragen zur Übernahme von Schlüsseldiensten durch diese Vereine sowie zur Notwendigkeit häufigerer Reinigungen aufgeworfen wurden.

In einem neuen Katalog zur kommunalen Spielraumplanung bis 2030 wird festgehalten, dass pro Einwohner zwei Quadratmeter Spielfläche zur Verfügung stehen sollten, wobei der Qualitätswert dieser Flächen bei 6,0 liegen soll. Im Kontrast dazu steht der aktuelle Qualitätswert geschlossener Schulhöfe, der bei 0,0 liegt. Eine angemessene Finanzierung ist daher unerlässlich, um diese Werte zu erreichen und den Bedarf an geeigneten Spiel- und Bewegungsflächen zu decken.

Die Rolle der Schulfreiflächen

Die Nutzung von Schulfreiflächen könnte eine Antwort auf die Herausforderungen der städtischen Spielraumplanung bieten. Diese Flächen erfüllen zahlreiche Funktionen, die über das Spielen hinausgehen und könnten wertvolle Räume für soziale Begegnungen bieten. In Anbetracht der Vielfalt der Regelungen, die in verschiedenen Kommunen und Bundesländern bestehen, ist es jedoch wichtig, dass eine einheitliche Regelung zur Öffnung von Schulhöfen geschaffen wird. Der Vorschlag, diese Flächen nach Schulschluss zugänglich zu machen, könnte die Lebensqualität in städtischen Gebieten erheblich verbessern.

Die bevorstehenden Entscheidungen der Stadtverwaltung müssen sich darauf konzentrieren, die finanziellen Mittel für die Entwicklung von Schulhöfen und die Unterstützung von Sportvereinen aufrechtzuerhalten. Nur so können qualitativ hochwertige Freiräume für die nächste Generation geschaffen werden, die auch im Hinblick auf die kommunalen und sozialen Herausforderungen der Zukunft nachhaltig sind. Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen der Schulbauplanung finden sich auf der Website der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Berichte auf ksta.de, recht-auf-spiel.de und berlin.de besuchen.