Eine Familie in Burxdorf im Landkreis Elbe-Elster hat am Sonntagmorgen nur knapp einer tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung entkommen. Ein Bewohner begab sich zu einem Nachbarn, um über starkes Unwohlsein zu klagen, was die Alarmierung des Rettungsdienstes nach sich zog. Die alarmierten Einsatzkräfte berichteten von schweren Ausfallerscheinungen bei dem Mann. Daraufhin wurden auch Feuerwehr und Polizei hinzugezogen.
Bei der Untersuchung vor Ort stellte sich heraus, dass das Wohnhaus mit einem Kachelofen beheizt wurde. Offensichtlich war die Kohle im Ofen nicht vollständig verbrannt, was zu einem Austritt von „einer großen Menge“ Kohlenmonoxid führte. Die drei Bewohner der Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen und einem Kind, erlitten Verletzungen durch das Gas und wurden per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Berlin gebracht. Glücklicherweise waren die Verletzten ansprechbar.
Risiko von Kohlenmonoxidvergiftungen
Kohlenmonoxid (CO) ist ein geruchloses und unsichtbares Gas, das bei der unvollständigen Verbrennung von Brennstoffen wie Holz oder Kohle entsteht. Das Risiko von Kohlenmonoxidvergiftungen steigt insbesondere mit dem Beginn der Kamin- und Ofenzeit. Die Symptome einer CO-Vergiftung sind vielfältig und ähneln denen einer Erkältung, was zu Fehldiagnosen führen kann. Dazu gehören Müdigkeit, Übelkeit und Benommenheit. In schweren Fällen, wenn Betroffene nicht mehr aufwachen, kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Langzeitfolgen sind oft unbekannt, aber nach Angaben des Feuerwehrverbandes erleben bis zu 10 % der Vergifteten innerhalb von 56 Monaten einen Herzinfarkt.
Zu den häufigsten Ursachen für Kohlenmonoxidvergiftungen zählen verstopfte Abgasrohre, blockierte Schornsteine sowie eine unsachgemäße Nutzung und mangelnde Wartung von Geräten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit der Installation von CO-Meldern, da Kohlenmonoxid unsichtbar, geruchlos und geschmacklos ist. Diese Geräte sind entscheidend für die frühzeitige Erkennung von Kohlenmonoxid in Wohnbereichen, insbesondere in Räumen mit Kaminen oder Öfen.
Empfehlungen zur Vermeidung
Um das Risiko von Kohlenmonoxidvergiftungen zu minimieren, empfiehlt es sich, folgende Schritte zu beachten: Bei Auslösen eines CO-Melders sollten alle Personen das Gebäude sofort verlassen und den Notruf 112 verständigen. Türen und Fenster sollten geöffnet werden, um frische Luft hereinzulassen. Die Notwendigkeit der regelmäßigen Wartung durch Fachleute wird ebenfalls betont, besonders bei Kaminen und Heizungen. Das Ignorieren dieser Sicherheitsmaßnahmen kann fatale Folgen haben.
Die Gefahren von Kohlenmonoxid sind nicht zu unterschätzen. Laut dem WDR kann CO die Sauerstoffversorgung des Körpers stören, indem es sich an rote Blutkörperchen bindet, was in schweren Fällen zu „innerem Ersticken“ führt. Organe wie das Gehirn erhalten nicht mehr genügend Sauerstoff, was zu Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.
In Anbetracht der jüngsten Ereignisse wird einmal mehr der dringende Appell zur Prävention von Kohlenmonoxidvergiftungen laut. Eine Initiative zur Aufklärung über diesen gefährlichen Zustand existiert bereits seit 2018, unterstützt von Institutionen wie dem Deutschen Feuerwehrverband und dem Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Deren Ziel ist es, die Menschen über die Risiken aufzuklären und die Anzahl der CO-Vergiftungen signifikant zu reduzieren.