In Berlin ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen, mit über 8.300 registrierten Fällen im vergangenen Jahr. Besonders im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zeigen Anwohner besorgt über Sicherheitsmaßnahmen angesichts von Einbrüchen in der Zossener Straße. Ein Nachbar warnte in einer Facebook-Gruppe vor Einbrechern, die über den Balkon in eine Wohnung gelangten.
Die Polizei bietet umfassende Empfehlungen zur Einbruchsprävention an. Dazu gehört die Installation von Bewegungsmeldern, insbesondere für Erdgeschosswohnungen. Auch die Verwendung von Glasbruch-Meldern aus dem Baumarkt wird empfohlen, ebenso wie der Einsatz von Zeitschaltuhren, die im Zufallsprinzip die Anwesenheit simulieren sollen, wie berlin-live.de berichtete.
Kriminalitätsstatistik in Marzahn-Hellersdorf
Marzahn-Hellersdorf gilt trotz der aktuellen Einbruchswelle als einer der sichersten Bezirke Berlins. Im Jahr 2022 wurden dort 22.559 Straftaten registriert, was die niedrigste Zahl unter allen Bezirken darstellt. Die Häufigkeitszahl beläuft sich auf 8.125 Straftaten pro 100.000 Einwohner:innen, und liegt somit unter dem Berliner Durchschnitt von 13.158. Dennoch ist die Kriminalitätsbelastung im Bezirk um 2,6 % gestiegen, während die Gesamtkriminalität in Berlin um 4,4 % gesunken ist.
Die Innensenatorin Iris Spranger und die Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik präsentierten die Berliner Kriminalstatistik, wobei der Vergleich der aktuellen Zahlen mit Vorjahren aufgrund der Pandemie als schwierig eingestuft wurde. Im Ortsteil Marzahn wurde die höchste Kriminalitätsbelastung mit 10.487 registrierten Straftaten (+4,2 %) verzeichnet, während in Hellersdorf 7.566 Delikte (+5,2 %) erfasst wurden. Im Gegensatz dazu gab es einen Rückgang der Straftaten in Biesdorf (-5,5 %) und Kaulsdorf (-9 %), während Mahlsdorf nahezu konstant blieb (+0,9 %). Mehrere politische Stimmen, wie Alexander J. Herrmann von der CDU, fordern eine verantwortungsvolle Belegungspolitik und mehr Polizeipräsenz.
Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der Betrugsfälle im Bezirk um 24 %, unter anderem infolge von Corona-Soforthilfen und gefälschten Nachweisen. Wohnungseinbrüche hingegen sind seit Pandemiebeginn um 18,6 % gesunken. Die Diebstähle insgesamt haben leicht um 2,2 % abgenommen, während Diebstähle an und aus Fahrzeugen um 44,5 % zugenommen haben. Körperverletzungen sind in den fünf Ortsteilen um 7,8 % gesunken, jedoch wird eine hohe Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt vermutet. Nach Lockerung der Beschränkungen sind Notrufe und Meldungen bei Hilfsorganisationen gestiegen, was sich jedoch nicht im Anzeigeverhalten widerspiegelt, wie die-hellersdorfer.berlin berichtete.