Führende Vertreter der CDU sprechen sich zunehmend für Julia Klöckner als Kandidatin für das Amt der Bundestagspräsidentin aus. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und stellvertretender CDU-Vorsitzender hebt hervor, dass Klöckner über die nötigen Fähigkeiten verfügt, um das Parlament zusammenzuführen, Sitzungen zu leiten und Zuversicht zu vermitteln. Sie war von 2018 bis 2021 Bundesagrarministerin im Kabinett von Angela Merkel und kann auf eine beeindruckende Karriere in der CDU zurückblicken.
Am 25. März wird der neu gewählte Bundestag seine konstituierende Sitzung abhalten, in der ein neuer Bundestagspräsident gewählt wird. Traditionell stellt die größte Fraktion im Parlament, in diesem Fall die Union, den Parlamentspräsidenten. Karin Prien, stellvertretende CDU-Vorsitzende und Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, sowie Sven Schulze, Sachsen-Anhalts CDU-Chef, unterstützen Klöckner ebenfalls in ihrer Kandidatur. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, hat bereits angekündigt, dass Friedrich Merz einen Vorschlag für die Besetzung des Amtes unterbreiten wird.
Die Herausforderungen und Mitbewerber
Trotz der Unterstützung gibt es auch Zweifel an Klöckners Eignung für das Amt. Der derzeitige Bundestagspräsident ist die Sozialdemokratin Bärbel Bas, die seit 2021 im Amt ist. Politisches Berlin diskutiert bereits seit Wochen über die Nachfolge von Bas. Neben Klöckner gelten beispielsweise Armin Laschet, der ehemalige Kanzlerkandidat, und Günter Krings, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der Unionsfraktion, als mögliche Kandidaten aus der Union. Am Montag, dem Tag der Entscheidung, wird sich zeigen, wer das zweithöchste Amt im Staat besetzen wird.
Julia Klöckner war von 2002 bis 2011 bereits Mitglied des Bundestages, bevor sie in die rheinland-pfälzische Landespolitik wechselte. Dort trat sie zweimal als Spitzenkandidatin an, unterlag jedoch gegen Kurt Beck und Malu Dreyer von der SPD. Klöckners politische Erfahrung wird als Vorteil angesehen, denn sie hat sich immer wieder erfolgreich in verschiedenen Positionen innerhalb der Partei behauptet.
Persönliche Hintergründe und Erfolge
In Bad Kreuznach geboren, wuchs Klöckner auf einem Weingut auf, das ihren Bezug zur Landwirtschaft geprägt hat. Im Jahr 1995 wurde sie zur Deutschen Weinkönigin gewählt, was ihr frühes Engagement und ihre Verbundenheit zur Branche unterstreicht. In der politischen Arena hat sie sich jedoch auch als wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion nach der Wahl 2021 profiliert.
Die Diskussion über Klöckners mögliche Wahl zur Bundestagspräsidentin spiegelt die Dynamik innerhalb der CDU und die Herausforderungen wider, die die Partei in der aktuellen politischen Landschaft zu meistern hat. Die Entscheidung über den neuen Präsidenten wird mit großer Spannung erwartet, da sie nicht nur die Zukunft der CDU, sondern auch die politische Ausrichtung des Bundestages beeinflussen könnte.