Am Freitag, dem 21. März 2025, beginnt um 9:15 Uhr der Prozess gegen einen 23-Jährigen vor dem Berliner Landgericht, der wegen Totschlags angeklagt ist. Der Vorfall ereignete sich im Januar 2022 in Berlin-Lichterfelde, als der Angeklagte während einer Auseinandersetzung ein Messer zog und auf einen 18-Jährigen einstach, wie der Tagesspiegel berichtet.

Im Vorfeld hatten sich zwei Gruppen junger Männer zu einem „Einzelkampf“ verabredet, wobei es um einen persönlichen Streit ging. Der 23-Jährige warf dem 18-jährigen Bekannten vor, mit seiner Freundin zu chatten. Am S-Bahnhof Lichterfelde Süd sprang die Auseinandersetzung schnell auf physische Gewalt über, als ein 20-jähriger Begleiter des Angeklagten dem Opfer zunächst einen Faustschlag versetzte, bevor der Angeklagte während des Handgemenges zwei Mal zustechen konnte, wie die Berliner Zeitung hinzufügt.

Details zur Tat

Einer der Stiche durchdrang das Brustbein, der andere traf die Herzwand des jungen Mannes. Das Opfer starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Der 20-jährige Begleiter des Angeklagten wurde im September 2023 wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Beteiligung an einer Schlägerei zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren verurteilt. Zuvor war das Verfahren gegen den 22-Jährigen mangels Tatverdacht eingestellt worden, bevor es aufgrund neuer Erkenntnisse aus der Hauptverhandlung wieder aufgenommen wurde, so erklärten die Ermittler.

Die Zunahme von Messerangriffen in Berlin ist ein ernstes Problem. Im Jahr 2022 wurden 3.317 Messerangriffe registriert, ein Anstieg um 24 % im Vergleich zu 2012. Die meisten dieser Vorfälle ereignen sich auf öffentlichen Straßen und in Parks. Laut der Polizei enden 6,5 % der Messerangriffe mit schwerer oder tödlicher Körperverletzung, wie die RBB24 berichtet.

Gesellschaftliche Implikationen

Der Fall verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen die Berliner Gesellschaft konfrontiert ist, wenn es um das Thema Gewalt unter Jugendlichen geht. Häufig kennen sich Täter und Opfer, was zu einem komplexen sozialen Beziehungsgeflecht führt. Über 30 % der tödlichen Messerangriffe finden im sozialen Nahraum statt.

Während der Prozess voranschreitet, bleibt die Diskussion um präventive Maßnahmen und eine mögliche Verschärfung der Gesetzgebung zur Bekämpfung von Gewaltverbrechen relevant. Die Polizei betreibt bereits Anti-Gewalt-Trainings an Schulen, um präventiv gegen die zunehmende Gewalt vorzugehen.