Das Modellprojekt zur digitalen Parkraumüberwachung in Berlin wird eingestellt. Dies gab das Bezirksamt von Berlin-Mitte am Montag bekannt. Der Senat hat seine Unterstützung für dieses zukunftsweisende Vorhaben zurückgezogen, sodass die landesweite Geschäftsstelle „Digitale Parkraumbewirtschaftung“ zeitnah schließen muss. Die Initiative sollte ursprünglich dazu dienen, Kennzeichen parkender Fahrzeuge durch spezielle Kamerawagen zu scannen und diese mit einer Genehmigungsdatenbank abzugleichen.

Die Kontrolle der nummernschildbasierten Parkgenehmigungen sah vor, dass Kennzeichen, die in der Park-Datenbank nicht erfasst waren, an die Bußgeldstelle weitergeleitet werden. Geplant war, mit dieser digitalen Lösung eine Kontrollkapazität von 2.000 Autos pro Stunde zu erreichen, während das Ordnungsamt derzeit nur bis zu 300 Autos täglich überprüfen kann. Unter der Leitung von Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann, wurde bereits ein Test für die digitale Parkraumüberwachung im Berliner Grunewald durchgeführt.

Technologie und Testbetrieb

Der Testbetrieb umfasste den Einsatz von sogenannten ScanCars, die mit mehreren Kameras ausgestattet sind. Diese Fahrzeuge sollten nicht nur die Parkstände erfassen, sondern auch die digitalen Parkberechtigungen durch mobile Prüfungen überprüfen. Autofahrer waren angehalten, ihr Kfz-Kennzeichen über Smartphones oder Automaten zu melden, um es mit der zentralen Datenbank abzugleichen. Das technologische Rüstzeug für das Projekt, die So-called ScanGenius-Technologie, stammt vom niederländischen Hersteller Arvoo, während die Parkraumbewirtschaftung auch durch die Firma Egis unterstützt wird, die ähnliche Systeme bereits seit 2017 in Amsterdam betreibt.

Obwohl die Digitale Parkraumbewirtschaftung technisch vielversprechend erschien, mangelt es derzeit an einer rechtlichen Grundlage für die Kennzeichenerfassung. Der Koalitionsvertrag der Regierungsparteien SPD, Grünen und FDP enthält zwar einen Passus zur Öffnung für digitale Anwendungen, jedoch gibt es noch Bedenken von Datenschützern, die angesprochen werden müssen. Die Digitalisierung könnte nicht nur den Parkdruck und den Parksuchverkehr in den Städten verringern, sondern auch Personalengpässe durch die Automatisierung der Kontrolle ausgleichen.

Kontext der Parkraumbewirtschaftung

Das Projekt war Teil einer größeren Initiative zur Einführung von „Parkraumbewirtschaftung 2.0“, die smarte Technologien und KI-gestützte Systeme nutzt, um die Herausforderungen des Parkens in urbanen Räumen zu bewältigen. Innovative Ansätze wie die Nutzung von Sensoren, IoT-Geräten und intelligenten Kameras sind vielversprechend, um die Effizienz bei der Parkplatznutzung zu erhöhen. Solche Systeme ermöglichen eine Echtzeitüberwachung von Parkplätzen und tragen zur Reduzierung von Verkehrsstaus und Emissionen bei.

Die Einbindung dieser Technologien könnte nicht nur die Parkplatzsuche optimieren, sondern auch die Entstehung intelligenter Städte mit einem verbesserten Verkehrsfluss unterstützen. Während das Modellprojekt in Berlin nun eingestellt wurde, bleibt abzuwarten, ob und wie ähnliche Konzepte in anderen Städten umgesetzt werden können.