Die Diskussion um den Umzug der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) Berlin in das ehemalige Galeries-Lafayette-Gebäude nimmt Fahrt auf. Wie t-online berichtet, haben mehr als 20.000 Menschen eine Unterschriftenaktion zur Unterstützung dieser Initiative ins Leben gerufen. Diese bemerkenswerte Resonanz zeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung hinter der Idee steht.
Das Galeries Lafayette, das Ende Juli 2024 seine Türen schloss, soll als neuer Standort für die ZLB genutzt werden. Kultursenator Joe Chialo von der CDU hat die Idee für den Umzug aktiv vorangetrieben. Die ZLB ist derzeit auf zwei Standorte verteilt: am Blücherplatz und in der Breiten Straße. Nach jahrelanger Suche nach einem neuen Standort könnte dieses Projekt nun eine Lösung bieten, die sowohl den Bedürfnissen der Bibliothek als auch der Bürger gerecht wird.
Gemeinsam für die Idee
Unter den Unterstützern dieser Initiative befinden sich prominente Persönlichkeiten wie Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums. Die Unterschriftenliste, die über 20.000 Unterschriften umfasst, ist jedoch keine offizielle Petition. Vielmehr dient sie dazu, die Zustimmung der Bevölkerung für den geplanten Umzug sichtbar zu machen, wie Welt vermerkt.
Der Berliner Senat hat bereits erste Gespräche mit dem Eigentümer Tishman Speyer Properties geführt. Der Umbau des ehemaligen Kaufhauses soll schätzungsweise zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Die Kosten werden voraussichtlich unter 460 Millionen Euro liegen, die ursprünglich für einen Neubau an der Blücherstraße eingeplant waren, wie Entwicklungsstadt anmerkt.
Projekt mit großen Erwartungen
Volker Heller, Generaldirektor der ZLB, bezeichnete das Projekt als „Jahrhundertchance“ für Berlin. Der geplante Umzug könnte nicht nur die ZLB bereichern, sondern auch zur Belebung der Friedrichstraße beitragen. Ein hoher Publikumsverkehr wird erwartet, was positive Auswirkungen auf die örtliche Wirtschaft haben könnte.
Obwohl die Idee viel Zustimmung findet, bleiben Fragen zur Finanzierung offen. Die Kulturverwaltung führt weiterhin Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern sowie mit Akteuren aus der Wirtschaft über mögliche Finanzierungsmodelle, einschließlich privater Investitionen. In Anbetracht des knappen Landeshaushalts wird dies eine Herausforderung darstellen.
Die Idee eines Umzugs der ZLB in das Galeries-Lafayette-Gebäude könnte somit ein zukunftsweisendes Projekt für die Kultur und Bildung in Berlin darstellen, während gleichzeitig die Unterstützung der Bevölkerung klar zum Ausdruck gebracht wird.