In einem erschütternden Vorfall in Indiana überlebte eine 41-jährige Frau sechs Tage lang eingeklemmt in ihrem Auto, nachdem sie am Steuer eingeschlafen und von der Straße abgekommen war. Der Unfall ereignete sich am Donnerstagabend und führte dazu, dass das Fahrzeug an einer schwer zugänglichen Stelle landete, die von der Straße aus nicht zu sehen war. In diesen sechs Tagen lebte die Frau von Wasser, das sie aus einem kleinen Bach in der Nähe ihres Fahrzeugs schöpfen konnte, indem sie ihren Kapuzenpullover ins Wasser tauchte. Während dieser kritischen Zeit blieb sie bei Bewusstsein und ansprechbar, was ihre Überlebenschancen signifikant erhöhte, so remszeitung.de.

Der entscheidende Moment kam, als das Auto während Entwässerungsarbeiten an dem Bach von einem Mann und seinem Chef entdeckt wurde, die den Hilferuf der Frau hörten. Bereits Tage zuvor hatte ihre Familie sie als vermisst gemeldet, wodurch die Dringlichkeit der Suche stark zunahm. Nach ihrer Rettung wurde die Frau in ein Krankenhaus in Chicago geflogen, wo ihr Zustand am Mittwoch stabil war, allerdings eine Operation an ihren Beinen erforderlich wurde. Ihre Mutter äußerte, dass die Aussichten auf Genesung gut seien, jedoch ein langer Weg vor ihr liege.

Psychische Auswirkungen von Verkehrsunfällen

Der Vorfall wirft auch einen Schatten auf die psychischen Folgen, die Verkehrsunfälle nach sich ziehen können. Gemäß Untersuchungen zur Unfallfolgenforschung sind psychische Beeinträchtigungen häufig unter den betroffenen Personen weit verbreitet. Dies umfasst nicht nur die Unfallopfer selbst, sondern auch Ersthelfer, Angehörige und Zeugen des Ereignisses. Häufige Symptome sind Desorientierung, Konzentrationsprobleme und Ängste, die zumindest kurzfristig auftreten können. Langfristig sind unter anderem Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und Fahrphobien ernsthafte Risiken, die es zu berücksichtigen gilt, wie dguv.de berichtet.

Eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigt, dass nahezu ein Viertel der schwerverletzten Personen in stationärer Behandlung an psychischen Beeinträchtigungen leidet. Diese psychischen Effekte können auftreten, auch wenn keine körperlichen Verletzungen vorliegen. Expositionstherapie, einschließlich innovativer Techniken wie dem Fahrsimulator, hat sich als vielversprechend erwiesen, um Patienten bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erfahrungen zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

In einer Pilotstudie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg durchgeführt wurde, konnten Teilnehmer mit PTBS durch virtuelle Expositionsverfahren signifikante Verbesserung erfahren. Die Forschung legt nahe, dass ein umfassender Therapieansatz, der psychische Aspekte einbezieht, entscheidend für die Genesung der Betroffenen ist.