In Unterfranken gibt es massive Bedenken gegen den geplanten großflächigen Gipsabbau eines Baustoffherstellers. Das Vorhaben, das nahe Würzburg angesiedelt werden soll, hat bereits mehr als 540 private Einwendungen beim Bergamt Nordbayern ausgelöst, da sich Anwohner und Naturschützer stark um die Trinkwasserversorgung sorgen. Ein Sprecher der Regierung von Oberfranken gibt an, dass die Zahl der Einwände möglicherweise noch steigen könnte, da die Frist für weitere Einwendungen bis Donnerstag läuft.
Bei dem geplanten Bergwerk handelt es sich um das größte Gipsbergwerk in Bayern, das von der Knauf GmbH betrieben werden soll. Geplant ist eine Fläche von 7,1 Quadratkilometern mit einem geschätzten Gipsvorkommen von rund 100 Millionen Tonnen. Der Abbau soll 2027 beginnen, initial mit einer jährlichen Förderung von 300.000 Tonnen, die je nach Genehmigung auf bis zu eine Million Tonnen gesteigert werden kann.
Die Hauptsorge der Einwender liegt in der Sicherheit der Trinkwasserversorgung. Laut Alfred Lanfervoß von der Trinkwasserversorgung Würzburg könnte der Abbau bereits bei geringen Erosionen zu einem Verlust von bis zu 20 Prozent des Quellvolumens in der Region führen. Die geplanten Abbauarbeiten finden im Einzugsgebiet der „Zeller Quellen“ statt, die etwa 65.000 Menschen mit Trinkwasser versorgen. Die Trinkwasserversorger äußern daher große Befürchtungen, dass das Grundwasser in das Bergwerk eindringen könnte, was nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Wassers gefährden würde. Knauf hingegen verweist auf ein Gutachten eines Tochterunternehmens des TÜV Nord, das bestätigt, dass der unterirdische Abbau keine nachteiligen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben wird, auch wenn es unter speziellen Umständen möglich sei, dass etwa ein Prozent des Grundwassers in das Bergwerk fließen könnte.
Zudem wird auf die vorhandene Zerschneidung durch eine mindestens neun Meter dicke Tonschicht hingewiesen, die das Bergwerk von wasserführenden Schichten trennt.
Öffentliche Bedenken und Genehmigungsverfahren
Neben den privaten Einwendungen gibt es auch 44 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange, die den Antrag von Knauf kritisch begleiten. Die Gemeinden im Landkreis Würzburg, besonders Zell am Main und Eisingen, sind besonders besorgt über die potenziellen negativen Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den zusätzlichen Lastwagenverkehr. Die Umweltschützer und andere Gruppen, die sich gegen den Abbau aussprechen, befürchten ebenfalls, dass Trinkwasser verloren gehen könnte, was zu einer weiteren Stärkung der Opposition führt. In diesem Zusammenhang wird ein parallel laufendes Verfahren zur Erweiterung des Wasserschutzgebietes „Zeller Quellstollen“ von 8 auf 66 Quadratkilometer thematisiert, da das geplante Bergwerk in einer wichtigen Wasserressource liegt.
Das Genehmigungsverfahren für das Bergwerk soll Ende 2024 wieder aufgenommen werden, und die endgültige Entscheidung darüber liegt beim Bergamt der Regierung von Oberfranken, das bis Jahresende eine Entscheidung anstrebt. Angesichts der langen Diskussionen über das Bergwerk, die bereits im Jahr 1997 begannen, bleibt abzuwarten, wie die zuständigen Behörden und die Öffentlichkeit auf die aktuellen Bedenken reagieren werden. Die spezifischen Risiken, die mit dem Bergbau und der Wasserbewirtschaftung in diesen Gebieten verbunden sind, sind nicht nur ein regionales, sondern auch ein übergreifendes Thema, das international in großen Wasserworkshops besprochen wird. Hierbei werden Governance-Mechanismen ins Spiel gebracht, die sicherstellen sollen, dass Bergbauunternehmen Verantwortung für Wasserressourcen übernehmen, während sie gleichzeitig die sozialen und ökologischen Risiken minimieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der geplante Gipsabbau in Unterfranken nicht nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, sondern auch tiefgreifende soziale sowie ökologische Fragen aufwirft, die im Rahmen von öffentlicher Gesundheit und der Wahrung von Wasserressourcen dringend diskutiert werden müssen. Informationen über die laufenden Prozesse und die darin involvierten Akteure sind für die Weiterentwicklung des Projekts entscheidend.
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