Im Landkreis Traunstein hatten die Feuerwehren ein intensiv einsatzreiches Jahr mit zahlreichen Jugendgroßveranstaltungen. Kreisbrandinspektor Josef Egginger berichtete von verschiedenen Einsätzen, die die Wehren forderten. Darunter waren ein Brand in einem holzverarbeitenden Betrieb in Leiten, ein Brand einer Ballenpresse auf einem Feld bei Emertsham und ein Großalarm in einem Recyclingbetrieb in Trostberg. Zudem fand ein Übungstag mit verschiedenen Einsatzszenarien in Heiligkreuz statt.

Rund 100 Einsatzkräfte konnten ein Leistungsabzeichen ablegen, darunter 7 Gruppen im Bereich „Löschwesen“ und 5 Gruppen im Bereich „Technische Hilfeleistung“. Darüber hinaus erhielten 22 Feuerwehranwärter aus drei Feuerwehren das Jugendleistungsabzeichen. Der Zuwachs an aktiven Einsatzkräften betrug 89, was die Gesamtzahl der ehrenamtlichen Helfer auf 4.851 ansteigen ließ. Die Anzahl der Feuerwehranwärter stieg auf 972, was einem Anstieg um 82 entspricht. Besonders bemerkenswert ist der Frauenanteil unter den Feuerwehranwärtern, der bei 48 % liegt, während er bei den Kinderfeuerwehren sogar fast 57 % erreicht.

Förderung des Feuerwehrnachwuchses

Rund 200 Kinder werden in den Kinderfeuerwehren spielerisch an die Feuerwehr herangeführt. Die Förderung des Feuerwehrnachwuchses ist entscheidend, um das Interesse der jungen generation zu sichern. Wie in einem Beispiel aus Oberbeuren (Kaufbeuren, Bayern) ersichtlich ist, zeigt die Kinderfeuerwehr, die seit 2016 besteht, mit 84 Kindern und 34 Betreuern, dass Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren großes Interesse an der Feuerwehr haben. Diese Programme zielen darauf ab, die Feuerwehr spielerisch kennenzulernen und Werte wie Kameradschaft und Hilfsbereitschaft zu vermitteln, ohne Druck auszuüben.

Darüber hinaus wird auf die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit in der Feuerwehr hingewiesen. Aktivitäten in den Kinderfeuerwehren können Abseilübungen, den Bau eines Insektenhotels und die Unterstützung beim Amphibienschutz umfassen. Die gesetzlichen Regelungen, die die Gründung einer Kinderfeuerwehr betreffen, sind Ländersache und variieren, wobei das Eintrittsalter meist ab 6 Jahren liegt. Die Betreuung erfolgt in einem Schlüssel von 1 Betreuer auf 5 Kinder, und die Gruppenstunden sollten maximal zwei Stunden pro Treffen ausmachen. Eine enge Kooperation zwischen Feuerwehren und Schulen kann zudem sinnvoll sein, wie das Projekt „Mehr Feuerwehr in die Schule“ in Hessen seit 2016 demonstriert.

Josef Egginger schloss die Versammlung nach rund zwei Stunden mit dem Hinweis auf ein Jahr der Jugendförderung und einem bevorstehenden besinnlichen Jahresabschluss.