Die Tiroler Fernpass-Route ist zurzeit stark überlastet, insbesondere an Samstagen. Diese Landesstraße bietet eine mautfreie Verbindung zwischen Bayern und dem Tiroler Inntal und gilt als eine der zentralen Verkehrsachsen für Reisende. Viele Urlauber verlassen sich auf Routenplaner und Navigationsgeräte, um diese populäre Strecke zu nutzen. Die Durchfahrt auf dieser Route spart Reisenden signifikante Kosten, etwa 12,40 Euro für eine 10-Tages-Vignette, die in Österreich fällig wäre, wenn alternative Routen genutzt werden müssten.

Die Konsequenzen dieser Nutzung zeigen sich in den häufigen Staus, die mehrere Stunden andauern können. Tirol plant jedoch, die Mautfreiheit für die Fernpass-Route aufzuheben. Ab 2028 wird eine Maut erhoben, die für die Überfahrt über den Pass sowie die neue Tunnelstrecke gelten wird, was das Verkehrsaufkommen und die bestehende Überlastung möglicherweise reduzieren könnte. Dennoch bleibt unklar, ob diese Maßnahme tatsächlich zu einer spürbaren Entlastung führen wird, da eine grundlegende Verhaltensänderung bei den Urlaubern erforderlich ist, um Staus zu vermeiden, wie die Schwäbische Zeitung berichtet.

Mautabgaben ab 2028

Die geplante Maut für die Fernpassstraße (B 179) wird durch den Bau eines neuen 1,4 Kilometer langen Scheiteltunnels begleitet, welcher den bisherigen Passabschnitt ergänzt. Der Tunnel soll die Höhenunterschiede reduzieren und damit Staus und Verzögerungen insbesondere im Winter begegnen. Der Bau des Tunnels soll 2027 beginnen und der früheste Abschluss wird für 2029 angestrebt. Täglich nutzen bis zu 30.000 Fahrzeuge die bisher mautfreie Strecke, was den Handlungsbedarf untermauert.

Die Mauttarife werden sich laut den Planungen am Felbertauerntunnel orientieren. Für eine Einzelfahrt wird eine Gebühr von 13,50 Euro für Pkw und 12 Euro für Motorräder erhoben. Zudem sind ermäßigte Tarife für Vielfahrer vorgesehen. Aufgrund der EU-Wegekostenrichtlinie wird es keine generellen Ausnahmen für Anwohner geben, was die Mautstruktur in Tirol betrifft, wie die Informationen auf der Webseite von Motorrad Online zeigen.

Reise- und Verkehrstipps

Urlauber, die den Fernpass meiden möchten, können alternative Routen wählen, wie beispielsweise über Mittenwald oder das Tannheimer Tal. Zudem sollten Reisende sich vor ihrer Fahrt über die Mautbestimmungen in den Transitländern informieren. In insgesamt 26 europäischen Ländern ist Maut fällig und insbesondere neun Länder verlangen Vignetten für Autobahnen und Schnellstraßen, wie auf der Webseite des ADAC erläutert wird.

Eine frühzeitige und flexible Planung könnte sowohl Einheimischen als auch Reisenden von Nutzen sein und zu einer Entspannung der Verkehrssituation am Fernpass beitragen. Während einige Reiseziele gut mit dem Zug erreichbar sind, bleibt die Straßenverbindung für andere unverzichtbar. Der Fokus auf alternative Zeiten und Verkehrsmittel könnte entscheidend dafür sein, um Staus in Zukunft zu verkürzen.