Heute, am 20.03.2025, bittet die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg Spaziergänger und Hundebesitzer um besondere Vorsicht, da die Brutzeit der Kiebitze im Landkreis Ebersberg begonnen hat. Erste Kiebitze sind bereits Mitte Februar aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekehrt und haben mit der Balz an ihren Brutplätzen begonnen. Weibchen legen in der Regel ab März vier Eier pro Gelege. Um die empfindlichen Vögel nicht zu stören, ist es besonders wichtig, in Brutgebieten auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben.

Die Kiebitze sind während ihrer Brutzeit bis Ende Juni auf Ruhe angewiesen. Störungen durch Spaziergänger, freilaufende Hunde oder Drohnen können dazu führen, dass die Vögel ihre Nester aufgeben, was fatale Folgen hat. Häufige oder lange Störungen können außerdem dazu führen, dass Eier auskühlen und Küken sterben.

Schutzmaßnahmen und Rückgang der Kiebitzpopulation

Die Kiebitzbestände sind in den letzten Jahrzehnten um knapp 90 Prozent zurückgegangen, weshalb der Kiebitz heute als „stark gefährdet“ eingestuft ist. Um den Kiebitzen zu helfen, wurde seit 2018 ein Artenhilfsprojekt im Landkreis Ebersberg ins Leben gerufen. Ziel dieses Projekts ist der Schutz und Erhalt der Kiebitze in der Region. Unter Berücksichtigung dieser Maßnahmen müssen Naturbesucher Rücksicht auf die Vögel nehmen, indem sie ihre Hunde in den sensiblen Brutgebieten an der Leine führen.

Zusätzlich unterstützt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) die Kiebitzschutzmaßnahmen in der Region. Auf ihrer Plattform stellt der LBV Materialien und Veröffentlichungen für Landwirte und Ehrenamtliche zur Verfügung. Diese Ressourcen beinhalten Praxistipps, Informationen zu Fördermaßnahmen sowie Berichte über Bestandsentwicklungen und Wissenswertes über den Kiebitz. Auch ein Austausch über verschiedene Schutzmaßnahmen ist vorgesehen, um die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren zu verbessern. Kontakt für Informationen ist unter jan.skorupa@lbv.de erreichbar.

Vernetzung und Schulungsangebote

Das Projekt zielt darauf ab, die Akteure im Kiebitzschutz besser zu vernetzen und den Wissenstransfer zu verbessern. Geplante Maßnahmen umfassen regionale Abstimmungen mit Kiebitzschutz-Akteuren in Schwerpunktgebieten sowie den Ausbau eines moderierten Online-Forums für den Austausch von Erfahrungen. Darüber hinaus sind Informationsveranstaltungen und Workshops vorgesehen, um ein breites Publikum für den Kiebitzschutz zu sensibilisieren.

Die Zusammenarbeit mit Vertretern der Landwirtschaft, Natur- und Landschaftspflegeverbänden, Behörden und der Jägerschaft wird dabei großgeschrieben. Das Ziel ist es, dass Landwirte stolz auf den Schutz „ihrer“ Kiebitze sind, ohne dabei finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen. Für weitere Fragen steht Jan Skorupa, erreichbar unter jan.skorupa@lbv.de, als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Untere Naturschutzbehörde bittet um Rücksichtnahme und hofft auf das Verständnis der Bevölkerung, um die Kiebitze in ihrer Brutzeit bestmöglich zu schützen. Der Schutz dieser Vogelart ist für die Biodiversität und das ökologische Gleichgewicht der Region von großer Bedeutung.