In einem aktuellen Beitrag auf rheinpfalz.de thematisiert Kolumnist Klaus Kadel-Magin das Fehlen von Schuhgeschäften in den Fußgängerzonen deutscher Städte. Während Städte wie Neustadt eine Vielzahl an Einzelhandelsgeschäften bieten, bleibt Pirmasens hinsichtlich attraktiver Schuhmarken wie Peter Kaiser und Bugatti zurück. Dieser Mangel stellt nicht nur eine Herausforderung für die lokale Wirtschaft dar, sondern wirft auch Fragen über die Zukunft der Fußgängerzonen auf.
Vor allem die aktuelle Situation in Pirmasens ist bemerkenswert. Trotz des Potenzials, das diese Zonen bieten, besonders für den Einzelhandel, haben viele Schuhfirmen beschlossen, keine Geschäfte in diesen attraktiven Lagen zu eröffnen. Die Beweggründe hierfür sind vielfältig und machen deutlich, dass mehr als nur die Lage für den Erfolg von Geschäften entscheidend ist.
Die Herausforderungen der Fußgängerzonen
Eine umfassende Analyse der Problematik bietet die Publikation „Quo vadis Fußgängerzone?“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft zusammen mit weiteren Partnern. Diese zeigt, dass über 70 Jahre Fußgängerzonen als Garanten für ein positives Einkaufserlebnis galten. Doch inzwischen kämpfen zahlreiche Städte mit einem vermehrten Attraktivitätsverlust, Leerständen und sinkenden Besucherfrequenzen, was zum Teil auf die Konkurrenz durch den Online-Handel zurückzuführen ist. Die Corona-Pandemie hat diese Probleme zusätzlich verstärkt.
In einer Befragung von Klein- und Mittelstädten in Bayern gaben 76% der Kommunen an, Fußgängerzonen seien für die Stadtattraktivität wichtig oder sehr wichtig. Interessanterweise wird eine Öffnung dieser Zonen für den Verkehr von den meisten Städten als keine Option angesehen, was die Diskussion über mögliche Lösungen anheizt.
Erfolgsfaktoren für die Gestaltung
Die Untersuchung identifizierte mehrere Erfolgsfaktoren, die für die Revitalisierung von Fußgängerzonen von Bedeutung sind. Dazu gehören ein ausgewogener Nutzungsmix, gute Gastronomie, hohe Aufenthaltsqualität, regelmäßige Veranstaltungen und die Integration digitaler Lösungen. Eine Checkliste zur Identifikation von Optimierungsmöglichkeiten könnte Verantwortlichen helfen, die Attraktivität der Fußgängerzonen zu steigern und so möglicherweise auch Geschäfte wie Schuhläden zurückzugewinnen.
Fünf bayerische Städte, die mit ihren Fußgängerzonen erfolgreich aufgestellt sind, sind Coburg, Lohr am Main, Memmingen, Neustadt an der Aisch und Straubing. Dies zeigt, dass es trotz der Herausforderungen spezifische Merkmale gibt, die den Erfolg von Fußgängerzonen fördern können. Der Austausch zwischen Städten und die Berücksichtigung dieser Merkmale könnten auch für Pirmasens und andere herausfordernde Regionen von Vorteil sein.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Fehlen von Schuhgeschäften in der Fußgängerzone von Pirmasens ein Symptom für tieferliegende wirtschaftliche Probleme ist. Die Stadtattraktivität muss durch innovative Ansätze gestärkt werden, um das Einkaufserlebnis wieder lebendiger zu gestalten und den Einzelhandel zu fördern. Zukünftige Initiativen sind dringend erforderlich, um den Verbraucher zurück in die Innenstädte zu bewegen.