Der Lake Pedder in Tasmanien, einst ein bedeutendes Naturwunder Australiens, ist heute ein Symbol für ökologische Hoffnung und die Chance auf Wiederherstellung. Bis 1972 war dieser Gletschersee, mit einer Fläche von fast 10 Quadratkilometern und seinem charakteristischen rosafarbenen Quarzitstrand, ein erstklassiges Ziel für Naturliebhaber. Doch die Flutung des Sees für ein Wasserkraftprojekt zur Schaffung eines Stausees, der nun nahezu 250 Quadratkilometer umfasst, führte zu irreversiblen ökologischen Verlusten und der Zerstörung zahlreicher heimischer Arten. Die Umgebung des Lake Pedder ist heute Teil des Weltkulturerbes Tasmaniens, während die Streitigkeiten um den Erhalt des Sees zur Gründung der United Tasmania Group (UTG) führten, die als Vorläuferin der Grünen Partei Australiens gilt. Trotz intensiver Proteste konnte die Flutung nicht verhindert werden, was einen signifikanten Verlust an Biodiversität zur Folge hatte.
Jetzt haben Umweltschützer Hoffnung, dass die Renaturierung des Lake Pedder möglich ist. Zwei der drei Dämme, die den See stauen, sind als „Hochrisiko“ eingestuft. Die tasmanische Regierung plant, diese Dämme instand zu halten und deren Lebensdauer bis 2103 zu verlängern. Doch die Möglichkeit, die Dämme abzureißen und den ursprünglichen Zustand des Sees wiederherzustellen, wird ebenfalls diskutiert. Im Rahmen der UN-Initiative zur Wiederherstellung von Ökosystemen, die das Jahrzehnt 2021-2030 ausruft, könnte Australien ein Leitprojekt nominieren, was die Wiederherstellung von Lake Pedder zu einem Leuchtturmprojekt für Umweltschutz machen könnte.
Renaturierung und Herausforderungen
Christine Milne, die ehemalige Vorsitzende der australischen Grünen, führt die Kampagne zur Wiederherstellung des Lake Pedder. Experten schätzen, dass die Wiederherstellung des Ökosystems Jahre dauern könnte, doch sie glauben, dass es realistisch ist. Demonstrationen mit einem Banner „Pull the Plug“ haben bereits auf die drängende Notwendigkeit der Renaturierung aufmerksam gemacht. Junge Aktivisten wie die 20-jährige Georgina Kelman bringen frische Energie in die Bewegung und sehen in diesem Vorhaben eine Möglichkeit, ökologische Erneuerung zu fördern.
Doch die Herausforderungen sind beträchtlich. Die Erzeugung von Energie durch die Pedder-Staustufe hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 57 MW jährlich zur Gordon Scheme beigetragen. Dennoch gibt es alternative Energiequellen, die in Betracht gezogen werden können, wie Windparks oder gesteigerte Energieeffizienz in Haushalten. In der Region haben die Windparks Cattle Hill und Granville Harbour sogar 154 Prozent der Energie geliefert, die Pedder generiert.
Ökologische und ökonomische Implikationen
Die Zerstörung des Lake Pedder hatte nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Die Erwartungen an den Tourismus nach der Flutung wurden nicht erfüllt; die Besucherzahlen gingen drastisch zurück. Ein umfassender Plan zur Aufwertung des Tourismus entlang des Gordon River gehört nun zu den Überlegungen der Derwent Valley Council und des TWWHA Tourism Master Plans. Die Region hat das Potenzial für einen auf Wiederherstellung fokussierten Tourismus, insbesondere in einem Kontext, der zunehmend von Klimawandel betroffen ist.
Der Klimawandel hat auch die südlichen Regionen Australiens bereits stark betroffen. Diese erleben extreme Wetterphänomene, von verheerenden Hitzewellen bis hin zu heftigem Regen. In Tasmanien war die Buschfeuer-Saison intensiver denn je, mit 200.000 Hektar verbranntem Wald. Klimaforscher warnen vor einem langfristigen Anstieg der Temperaturen, was nicht nur die Umwelt, sondern auch die Lebensqualität der Menschen bedroht. Der Anstieg des Meeresspiegels und die damit verbundenen Gefahren erfordern eine proaktive Klimapolitik, für die sich die Bevölkerung zunehmend stark macht.
Insgesamt bietet der Lake Pedder nicht nur eine Gelegenheit zur ökologischen Renaturierung, sondern auch ein Beispiel dafür, wie wir aus der Vergangenheit lernen können, um zukünftige Umweltkatastrophen zu vermeiden. Während die Stimmen für einen bewussteren Umgang mit der Natur lauter werden, sieht man im Lake Pedder einen hoffnungsvollen Schritt in eine nachhaltigere Zukunft.