Die beliebte Video-App TikTok steht in den USA vor einer kritischen Phase, in der ihre zukünftige Existenz auf dem Spiel steht. Laut Remszeitung zeichnet sich jedoch ein möglicher Aufschub ab, da der designierte Präsident Donald Trump mehr Zeit für einen Deal rund um die App fordert. Er signalisiert damit, dass er nicht sofort ein Verbot umsetzen möchte.
Die US-Regierung hat bereits Druck auf TikToks Mutterkonzern Bytedance ausgeübt, der bis zum 19. Januar einen Verkauf des amerikanischen TikTok-Ablegers realisieren muss, um einem Verbot zu entgehen. Der Hintergrund dieser Forderungen ist der Vorwurf, dass Bytedance der Kommunistischen Partei Chinas Zugriff auf Nutzerdaten ermöglichen könnte. Auch gibt es Bedenken, dass die App für die Verbreitung von Propaganda und Desinformation zugunsten der chinesischen Regierung missbraucht werden könnte, was Bytedance entschieden zurückweist.
Zeitdruck und mögliche Konsequenzen
Die Zeit drängt – sollte Bytedance keine Lösung finden, würde TikTok aus den amerikanischen Download-Plattformen von Apple und Google entfernt werden. Ein Regierungsvertreter hatte bereits erklärt, dass Amerikaner nicht mit einem sofortigen Verbot rechnen sollten, doch die Frist zur Klärung der Eigentumsverhältnisse läuft schnell ab. Die bevorstehenden Entscheidungen haben potenziell weitreichende Auswirkungen auf die rund 170 Millionen TikTok-Nutzer in den USA.
Donald Trump, der am 20. Januar als US-Präsident vereidigt wird, hat die Möglichkeit, die Frist um drei Monate zu verlängern, falls aussichtsreiche Verkaufsverhandlungen bestehen. Berichten zufolge plant Trumps künftiger Nationaler Sicherheitsberater Mike Waltz Maßnahmen, um TikTok am Laufen zu halten und Trump mehr Zeit für einen Deal zu geben. Trotz dieser politischen Umnachtung bleibt die öffentliche Diskussion über die Sicherheitsbedenken im Vordergrund. Gerüchte besagen sogar, dass die chinesische Regierung bereit ist, TikToks US-Geschäft an Elon Musk zu verkaufen, um den Einfluss Chinas zu reduzieren.
Nutzer vor Herausforderungen und Alternativen
Für die Nutzer könnte ein Verbot von TikTok erhebliche Auswirkungen haben. Während installierte Apps weiterhin geöffnet werden könnten, wären keine Updates mehr verfügbar, was die Nutzung erschwert. Nutzer und Creator sind bereits aktiv dabei, ihre Inhalte zu sichern, indem sie Videos auf ihren Handys oder Desktops speichern. Es wird empfohlen, behutsam mit Standort- und Kontaktzugriff umzugehen. Einige Nutzer hoffen, TikTok weiterhin über VPN-Server nutzen zu können, um einer möglichen Sperre zu entgehen. VPN-Verbindungen könnten es ermöglichen, den eigenen Standort zu verschleiern und so die Blockade zu umgehen.
Alternativen zu TikTok wie Instagram Reels, Snapchat Spotlight und YouTube Shorts gewinnen an Bedeutung. Auch die Plattform Lemon8, die ebenso zu Bytedance gehört, wird als mögliche Option gehandelt. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Nutzer in der digitalen Landschaft mobil bleiben und versuchen, die besten Optionen für ihre Inhalte zu finden.
Die Situation um TikTok in den USA bleibt angespannt und prägend für die zukünftige Nutzung sozialer Medien. Das mögliche Verbot könnte nicht nur Auswirkungen auf die App selbst haben, sondern auch als Signal für weitere Regulierungsmaßnahmen gegenüber sozialen Medien weltweit dienen. Die Unsicherheiten um Nutzerdaten und deren möglichen Transfer nach China sind zusätzliche Aspekte, die sowohl Nutzer als auch Regulierungsbehörden weiterhin beschäftigen werden. Informationen aus DW und SRF zeigen die Komplexität und die Dringlichkeit der aktuellen Lage auf.