Am 11. Januar 2025 finden landesweite Demonstrationen in Israel statt, bei denen tausende Menschen für die Freilassung von Geiseln eintreten. Die Proteste sind eine Antwort auf die anhaltenden Konflikte mit der Hamas und den tragischen Verlust von Leben. Insbesondere in Tel Aviv äußert ein Freund eines kürzlich tot aufgefundenen Entführungsopfers seine Forderung nach einem Abkommen mit der Hamas.
Der Freund, Masen Abu Siam, der um seinen 53-jährigen Freund und dessen 22-jährigen Sohn trauert, der beide am 7. Oktober 2023 während des Hamas-Massakers entführt wurden, betont, dass Angehörige nicht auch Särge umarmen sollten. In Jerusalem fordern Hunderte von Demonstranten die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu einem Deal mit der Hamas auf. Die Sicherheitslage bleibt angespannt, wobei Israel erneut Angriffe auf die Hisbollah im Südlibanon durchführt, was zu Verletzten führt.
Geiseln und Waffenruhe
Mit der Hoffnung auf eine Einigung zwischen Israel und der Hamas laufen derzeit indirekte Verhandlungen in Katar. Dieses kleine Golfemirat hat sich in den letzten Monaten als gewachsener Vermittler zwischen den Konfliktparteien etabliert. Laut Angaben der israelischen Regierung wurde einer viertägigen Feuerpause im Gaza-Krieg und dem Austausch von Geiseln gegen palästinensische Häftlinge zugestimmt. Für die Freilassung von mindestens 50 Frauen und Kindern, die im Gazastreifen entführt wurden, hat Israel sich bereit erklärt.
Das Abkommen, das nach Verhandlungen unter der Vermittlung von Katar und Ägypten erzielt wurde, sieht vor, dass die Hamas 150 palästinensische Häftlinge freilässt. Dies wurde sowohl von israelischen als auch von palästinensischen Medien berichtet. Abgesehen von den praktischen Regularien der Feuerpause gibt es auch diplomatische Fortschritte, die ein Zeichen der Hoffnung für die von dem Konflikt betroffenen Zivilisten darstellen.
Internationale Bemühungen und humanitäre Hilfe
Die Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln und zur Waffenruhe haben weltweite Aufmerksamkeit erregt. US-Präsident Joe Biden hat seine Unterstützung für humanitäre Hilfe und die Freilassung von US-Bürgern, die von der Hamas entführt wurden, zugesichert. Auch die EU hat sich für die Freilassung aller Entführten und die Nutzung der Waffenpause zur Verbesserung der humanitären Lage ausgesprochen.
Katar, als enger Verbündeter der Hamas, hat eine entscheidende Rolle in diesen Verhandlungen gespielt. Die Kontaktaufnahme zwischen den USA und Katar sowie die täglichen Gespräche zwischen hochrangigen Sicherheitsberatern haben dazu beigetragen, dass Fortschritte erzielt werden konnten. Der Einfluss von Katar wird in der Region neu bewertet, selbst wenn die USA weiterhin unverzichtbar bleiben.
Diese Entwicklungen könnten den Weg für eine längerfristige Lösung im Nahost-Konflikt eröffnen, während Israel gleichzeitig den Druck auf die Hisbollah aufrechterhält und sich auf die Prioritäten in den Gesprächen mit der Hamas konzentriert.