Andrew und Tristan Tate sind am Samstag in Rumänien gelandet. Die Brüder kehren in eine angespannten Situation zurück. Sie sehen sich weiterhin Ermittlungen wegen Menschenhandels und Vergewaltigung gegenüber. Laut Süddeutsche müssen sie sich regelmäßig bei den Behörden melden, mit dem nächsten Termin bereits am Montag. Die Rückkehr folgt auf einen kurzen Aufenthalt in den USA, nachdem ihr Ausreiseverbot Ende Februar aufgehoben wurde.

Am Flughafen äußerte Andrew Tate, dass sie nach Rumänien zurückgekehrt seien, um ihre Namen reinzuwaschen. Diese Äußerungen werfen ein Licht auf die in der Vergangenheit ausgesprochenen frauenfeindlichen Äußerungen des ehemaligen Kickboxers, der sich in sozialen Medien eine große Anhängerschaft erarbeitet hat. Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe bestreiten die Brüder alle Anschuldigungen vehement.

Ermittlungen und rechtlicher Druck

Die Staatsanwaltschaft hat den Tates vorgeworfen, junge Frauen zur Teilnahme an kommerziellen Sex-Videos gezwungen zu haben. Besonders bemerkenswert ist, dass der Justizminister von Florida inzwischen angedeutet hat, auch auf amerikanischer Seite strafrechtliche Schritte gegen die Brüder einzuleiten. Dieser Schritt wird von den Tates als ein weiterer Versuch gewertet, sie unter Druck zu setzen.

Nachdem die Brüder Ende 2022 in Bukarest verhaftet wurden, befanden sie sich zunächst in Haft, bevor der Status auf Hausarrest umgewandelt wurde. Während dieser Zeit wurde ihnen auferlegt, das Land nicht zu verlassen, was nun nach der Aufhebung des Ausreiseverbots nicht mehr gilt. In einer Erklärung wies die rumänische Regierung außerdem Berichte zurück, wonach der Druck der US-Regierung zur Aufhebung des Verbots geführt habe. Außenminister Emil Hurezeanu bestätigte ein Gespräch mit Richard Grenell, einem Sondergesandten von Donald Trump, über den Fall, während Ministerpräsident Marcel Ciolacu hinzufügte, dass es seitens der USA keine offiziellen Anfragen zur rechtlichen Situation gegeben habe.

Kontext zur Gewalt gegen Frauen

Die Situation der Tates steht auch in einem größeren Kontext von geschlechtsspezifischer Gewalt, die weltweit ein bedeutendes Problem darstellt. Am 3. Dezember 2024 stellte das Deutsche Institut für Menschenrechte den ersten Periodischen Bericht „Monitor Gewalt gegen Frauen – Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland“ vor, der Entwicklungen in dieser Thematik von 2020 bis 2022 beleuchtet. Der Bericht zeigt die Anstrengungen von Bund und Ländern auf, ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen aus der Istanbul-Konvention zu erfüllen. Diese umfassende Analyse könnte im Hinblick auf die Ermittlungen gegen die Tates von Bedeutung sein, da der Fokus auf dem Schutz und der Unterstützung von Frauen in schwierigen Situationen liegt, wie im Institut für Menschenrechte aufgeführt.

Während die Brüder Tate sich nun in Rumänien zur Wehr setzen, bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Verfahren entwickeln und welche Auswirkungen internationale Aufmerksamkeit auf ihren Fall haben wird.