Am 19. März 2025 hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angekündigt, die militärischen Angriffe auf die Hamas im Gazastreifen zu verstärken. Dies geschieht nur zwei Monate nach dem Beginn einer Waffenruhe, die nun unter Druck steht. Netanjahu erklärte: „Wir haben den Kampf wieder mit aller Macht aufgenommen“, und kündigte an, dass die Verhandlungen unter Feuer geführt werden sollen. Laut dem Medienbüro der Hamas wurden in den jüngsten Angriffen mehr als 400 Palästinenser getötet, darunter auch führende Mitglieder der Organisation.
Itamar Ben-Gvir, der erneut als Polizeiminister eingesetzt wurde, sieht sich eng an der Seite von Netanjahu. Ben-Gvir und Mitglieder seiner rechtsextremen Partei Otzma Jehudit hatten im Januar aus Protest gegen die Waffenruhe die Regierung verlassen, sind nun jedoch zurückgekehrt. Der Premierminister betont, die Angriffe seien eine Reaktion auf die Weigerung der Hamas, Geiseln freizulassen.
Anhaltende Gewalt im Gazastreifen
Die israelischen Luftangriffe konzentrieren sich auf mehrere Orte, darunter Gaza-Stadt, Khan Yunis und Rafah. Die Hamas bezeichnet die Offensive als Bruch des Waffenruhe-Abkommens und warnt, dass dies das Leben der noch festgehaltenen Geiseln gefährde. Angesichts der eskalierenden Gewalt appelliert UN-Generalsekretär António Guterres an Israel, die Waffenruhe einzuhalten und humanitäre Hilfe ins Land zu lassen.
Die Realität im Gazastreifen ist alarmierend: Laut Berichten haben seit Beginn des Konflikts am 7. Oktober 2023 rund 48.000 Palästinenser ihr Leben verloren, während es auf israelischer Seite etwa 20.000 getötete „Terroristen“ gibt. Der Überfall der Hamas auf Israel, bei dem 1.200 Menschen getötet und 250 als Geiseln genommen wurden, rührt an das kollektive Trauma der jüdischen Bevölkerung und führte zu einem klaren Auftrag der israelischen Regierung, die militärischen Kapazitäten der Hamas zu zerstören.
Internationale Reaktionen
Die internationale Gemeinschaft reagiert besorgt auf die Situation. Die EU hat ein Ende der militärischen Operationen gefordert, während die USA grünes Licht für Israels Angriffe gegeben haben. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA betonte, die Hamas habe Möglichkeiten gehabt, Geiseln freizulassen, um die Waffenruhe zu verlängern.
Die Huthi-Miliz im Jemen meldet unterdessen, dass mehrere US-Targeted-Angriffe auf ihre Stellungen zurückgehalten wurden, während es Berichte über feindliche Bewegungen im Roten Meer gibt. Diese Entwicklungen erzeugen ein zusätzliches Bedrohungsszenario im Regionalkontext und führen zu einer verschärften geopolitischen Lage.
Die humanitäre Situation im Gazastreifen verschlechtert sich indessen weiter. Mit über 1,7 Millionen Binnenflüchtlingen zeigt sich die dramatische Lage, und große Teile des Gazastreifens werden als unbewohnbar beschrieben. Eine Milderung des Konflikts scheint in weitester Ferne, während die Ansprüche und der Konflikt über die Jahrzehnte hinweg alte Wunden auf beiden Seiten beständig neu aufreißen.
Die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate verdeutlichen die Komplexität des Nahostkonflikts und die daraus resultierenden Herausforderungen für die internationale Diplomatie. Ein Ende der Gewalt ist unverzichtbar, doch die Frage bleibt, wie eine nachhaltige Lösung in dieser historisch verwurzelten Auseinandersetzung gefunden werden kann.
Tagesschau berichtet, dass die Situation weiter angespannt bleibt. Weitere Informationen finden sich bei DW und bpb.