In einem bedrückenden Arrangement im Gazastreifen haben sich die Spannungen zwischen Israel und der Hamas erneut dramatisch verschärft. Nach einer mehr als zwei Monate andauernden Waffenruhe, die am Dienstagmorgen endete, hat Israel unter dem militärischen Kommando der Israelischen Streitkräfte (IDF) massiven Luftangriffe auf Hamas-Ziele in Gaza begonnen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründete diese Angriffe mit der Weigerung der Hamas, weitere Geiseln freizulassen, und verwies auf zuvor gescheiterte Verhandlungen mit den USA. „Kraft und Schwert“ heißt die laufende Operation, bei der die Zerschlagung der militärischen Infrastruktur der Hamas im Fokus steht.
Die wieder anhaltenden Kämpfe haben jedoch nicht nur humanitäre Krisen zur Folge, sondern rufen auch bittere Reaktionen bei den Familien der Geiseln hervor. Ehemalige Geiseln und Angehörige, deren Liebste noch in der Gewalt der Hamas sind, äußern scharfe Kritik an den Luftangriffen. Emily Damari, eine ehemalige Geisel, sagte, ihr Herz sei gebrochen und sie sei enttäuscht über die Wiederaufnahme der Kämpfe. Liri Albag, eine jüngst freigelassene Soldatin, warnte, dass das Leben der zurückgelassenen Geiseln gefährdet werde und stellte klar: „Das ist kein Spiel“.
Bedenken der Familien
Das Forum der Geisel-Familien hat der israelischen Regierung vorgeworfen, die Geiseln aufgegeben zu haben. Diese Familien sind von Angst und Entsetzen geprägt, da der Vater des entführten Soldaten Jehuda Cohen Ministerpräsident Netanjahu beschuldigt, auf den Tod der Geiseln hinzuarbeiten, um seine politische Macht zu sichern. Mit der Dringlichkeit eine Lösung zu finden, ist die israelische Regierung auf die Unterstützung von Extremisten wie Itamar Ben-Gvir angewiesen, der seine Partei Otzma Jehudit im Januar aus Protest gegen die Waffenruhe-Vereinbarung zurückgezogen hatte. Jüngste Umfragen zeigen eine gespaltene öffentliche Meinung: Während die Mehrheit ein Ende des Krieges im Austausch für die Freilassung der Geiseln wünscht, befürwortet die Wählerschaft der Regierungskoalition eine Fortsetzung der Offensive.
Aus Berichten geht hervor, dass während der aktuellen Angriffe mehrere hochrangige Hamas-Mitglieder getötet wurden. Laut dem Gazaner Gesundheitsministerium starben bei den Luftangriffen mindestens 254 Palästinenser, andere Quellen berichten von über 330 Toten. Im Nachgang der Angriffe warnte die Hamas jedoch, dass die verbleibenden Geiseln einem „unbekannten Schicksal“ ausgesetzt seien, was die Familien und Unterstützer der Geiseln in große Sorge versetzt.
Der internationale Kontext
Die internationale Gemeinschaft hat ebenfalls ihren Unmut über die Situation geäußert. Der australische Premierminister forderte alle Beteiligten auf, den Waffenstillstand und die Geiselvereinbarung einzuhalten. Das chinesische Außenministerium drückte seine Besorgnis über die angespannte Situation aus und warnte vor einer drohenden humanitären Katastrophe. Amnesty International fordert sowohl die Hamas als auch andere bewaffnete Gruppen auf, alle Gefangenen human zu behandeln und sicherzustellen, dass verletzte oder kranke Geiseln medizinisch versorgt werden.
Zu den betroffenen Familien zählen auch Personen wie Ella Ben Ami, deren Eltern am 7. Oktober entführt wurden. Sie fordert von der Regierung mehr Maßnahmen zum Schutz der Geiseln. Moshi Lotem verweist auf die Dringlichkeit der Lage seiner Tochter Hagar und ihrer drei Kinder, die als Geiseln gefangen gehalten werden. Angehörige dringen darauf, Druck auf die Hamas auszuüben, um die Geiseln freizulassen und deren Sicherheit zu gewährleisten. Geiselnahmen gelten als Kriegsverbrechen gemäß den Genfer Abkommen, was die internationale Dimension dieser Tragödie zusätzlich komplex gestaltet.
Die Situation bleibt angespannt und die Hoffnung auf eine friedliche Lösung schwindet, während die Familien der Geiseln um die Sicherheit ihrer Liebsten bangen.
Für weitere Informationen siehe die Artikel auf Rems Zeitung, Jüdische Allgemeine und Amnesty International.