Eine israelische Geisel mit deutscher Staatsbürgerschaft wird nach Angaben aus Katar in Kürze freigelassen. Die islamistische Hamas plant, die Frau sowie zwei weitere Geiseln bis Freitag zu entlassen. Nach palästinensischen Quellen befindet sich die Frau in der Gewalt des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ). Ihr Gesundheitszustand wird als stabil eingeschätzt; über die Bedingungen ihrer Freilassung wird derzeit mit Israel verhandelt. Im Gegenzug sollen 30 Palästinenser aus israelischer Haft entlassen werden, wie ZVW berichtet.
Dieser Austausch von Geiseln und Gefangenen erfolgt im Kontext einer kürzlich vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen. Am Sonntag trat diese Waffenruhe in Kraft und soll für zunächst sechs Wochen gelten. Sie ist Teil eines Abkommens, das unter Vermittlung von Katar, Ägypten und den USA zustande kam. In der ersten Phase dieses Abkommens sollen etwa 1900 palästinensische Häftlinge gegen insgesamt 33 Geiseln freikommen, wobei die Zahl der verbleibenden Geiseln unklar bleibt. Die israelische Regierung warnt jedoch, dass die Kämpfe ohne Einigung weitergehen könnten, wie DW berichtet.
Details zur Freilassung und den Bedingungen
Nach dem aktuellen Abkommen wurden bereits 90 palästinensische Häftlinge aus dem Militärgefängnis Ofer und einer Haftanstalt in Jerusalem entlassen. Diese Gruppe setzt sich aus 69 Frauen und 21 männlichen Jugendlichen zusammen. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, äußerte Bedenken über die Freigelassenen, die er als „Mörder“ bezeichnete, und kritisierte das Abkommen als „Pakt mit dem Teufel“.
Bisher gab es bereits einen Austausch von drei weiblichen Geiseln, die über 15 Monate in der Gewalt der Hamas waren und nach Israel zurückgebracht wurden. Ihre Rückkehr wurde von freudigen Szenen begleitet, während die Hilfslieferungen für den Gazastreifen erhöht wurden. Die WHO plant, während dieser Waffenruhe Teile des Gesundheitswesens im Gazastreifen wiederherzustellen. Der Gesundheitszustand der rückgekehrten Geiseln wird als stabil beschrieben, dennoch herrscht eine besorgniserregende Lage, da viele Kliniken zerstört oder beschädigt sind, und die Gefahr einer Hungersnot bleibt bestehen, wie ZDF berichtet.
Reaktionen und Ausblick
Die Waffenruhe und der Austausch von Gefangenen stoßen auf gemischte Reaktionen innerhalb der israelischen Regierung. Während einige Minister, wie Gideon Saar, betonen, dass die Hamas nicht die herrschende Macht im Gazastreifen bleiben kann, äußern andere Bedenken bezüglich der Langfristigkeit dieser Vereinbarung. Finanzminister Bezalel Smotrich hat Widerstand gegen das Abkommen signalisiert und fordert sogar die Eroberung des Gazastreifens.
Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit Spannung. Die UN hat die humanitären Hilfslieferungen an den Gazastreifen erhöht, und Hunderte Lastkraftwagen mit dringend benötigten Gütern sind bereits in die Region gefahren. Das baldige Ende der Feindseligkeiten wird von vielen erhofft, doch ohne klare Einigung und stabilere Rahmenbedingungen bleibt die Situation angespannt.