Am Montag, den 10. März 2025, beginnt am Landgericht Regensburg ein aufsehenerregender Prozess gegen einen Oberarzt aus Kelheim. Dieser steht im Verdacht, für den Tod einer 23-jährigen Krankenschwester verantwortlich zu sein, die am 15. Dezember 2021 während ihrer Nachtschicht leblos in einer Klinik aufgefunden wurde. Laut pnp.de vermutet die Staatsanwaltschaft, dass die Wechselwirkung verschiedener Medikamente die Todesursache war.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Behauptung, dass der Arzt der Krankenschwester ohne medizinische Indikation die Narkosemittel Propofol und Ketamin injiziert habe, ohne diese während der Verabreichung zu überwachen. Neben der Krankenschwester wurde auch eine Ampulle mit Propofol gefunden. Es sei festgestellt worden, dass ihr Tod durch einen Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht wurde, dies berichtete idowa.de.

Schwere Vorwürfe und weitere Verfahren

Dem Arzt wird nicht nur vorgeworfen, die Krankenschwester in eine hilflose Lage versetzt zu haben, was zu ihrem Tod führte, sondern er steht zudem in einem zweiten Verfahren wegen Mordes an einem 79-jährigen Patienten unter Anklage. Hierbei wird ihm zur Last gelegt, im Juli 2022 einer anderen Person eine Überdosis Morphin verabreicht zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht in diesem Fall die Mordmerkmale der niederen Beweggründe und der Heimtücke als erfüllt an.

Im Rahmen der Aufklärung des Falls kam heraus, dass die Krankenschwester, die an Migräne litt, während ihrer Schicht über starke Kopfschmerzen klagte und um einen intravenösen Zugang für Schmerzmittel bat. Am nächsten Morgen wurde sie tot auf dem Boden ihres Dienstbereichs gefunden. In ihrem Blut wurden fünf weitere Substanzen nachgewiesen, die auf eine gefährliche Wechselwirkung der verabreichten Medikamente hinweisen könnten.

Ethische Fragestellungen in der Medizin

Die vorliegenden Vorwürfe werfen auch grundlegende ethische Fragen über die Überwachung und Verantwortung von Ärzten auf. Wie in einem Artikel von aerzteblatt.de erwähnt, können Fortschritte in der Medizintechnik, wie die Überwachung von Patienten, sowohl Schutz als auch potenzielle Risiken mit sich bringen. Es wird argumentiert, dass die Nutzung dieser Technologien die Arzt-Patient-Beziehung beeinflussen und die Qualität der Betreuung in Frage stellen könnte. Der Verlust an Nähe und Intimität ist eine zentrale Sorge, die im Licht der Ereignisse um die Krankenschwester besondere Relevanz gewinnt.

Die Verhandlungstermine für beide Verfahren sind bis in den April 2025 angesetzt und dürften sowohl aus rechtlicher als auch aus ethischer Perspektive von großem Interesse sein.