Das „Spielhaus“ in Starnberg blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück und ist mehr als nur ein gewöhnliches Spielwarengeschäft. Es bietet eine sorgfältige Auswahl an Spielwaren und legt großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die langjährige Inhaberin Nicola Eggendorfer-Schropp das Geschäft, das sie über 40 Jahre geführt hat, kürzlich an die 56-jährige Ergotherapeutin Lucie Bode übergeben. Bode bringt mit ihrer Erfahrung aus der Pädiatrie frischen Wind in das Sortiment, das nun auch originelle Geschenkideen für Erwachsene, insbesondere für Männer, umfassen soll.
Eggendorfer-Schropp hat das Geschäft stets mit einer sorgfältigen Auswahl von Produkten identifiziert, die auch nachhaltige Artikel einschließen. Dies entspricht einem größeren Trend in der Spielwarenbranche, der sich zunehmend auf den Umweltschutz konzentriert. Die weltgrößte Spielwarenmesse in Nürnberg hat Nachhaltigkeit als einen bedeutenden Megatrend ausgerufen, wie aus einem Bericht von Absatzwirtschaft hervorgeht.
Nachhaltigkeit im Spielzeugmarkt
Angesichts der wachsenden Bedeutung von umweltfreundlichem Spielzeug beschäftigen sich viele Hersteller intensiv mit Materialinnovationen. Spielzeuge, die häufig aus Plastik bestehen und eine kurze Lebensdauer haben, landen oft schnell im Müll. Laut dem Münchner Marktforscher Axel Dammler müssen Unternehmen ihre nachhaltigen Produkte attraktiver gestalten, um eine hohe Nachfrage zu erreichen. Der Trend zeigt, dass immer mehr Verbraucher bei ihren Kaufentscheidungen auf die Nachhaltigkeit von Materialien und Verpackungen achten müssen, wenn auch erst 14 Prozent der Befragten dies als Priorität angaben.
Besonders zur Weihnachtszeit steigen die Mängel an umweltbewussten Geschenken, da oft große Mengen an Plastikverpackungen anfallen. Lego ist ein Beispiel für einen Hersteller, der bis 2030 alle Bausteine aus nachhaltigen Materialien produzieren möchte. Nach aktuellen Plänen wurden bereits erste Schritte unternommen, wie die Entwicklung von Bio-Polyethylen aus Zuckerrohr und Prototypen aus recycelten PET-Flaschen.
Innovationen im Spielwarenangebot
Lucie Bode sieht außerdem Potenzial in der Erweiterung des Angebots durch Förderspiele für ältere Menschen, die deren Feinmotorik und kognitive Fähigkeiten ansprechen sollen. Sie plant, das bestehende Sortiment des Spielhauses weitgehend beizubehalten, da sie es als gut und ansprechend betrachtet. Bode möchte, dass das Spielhaus, als einziger Spielwarenladen in Starnberg, weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal behält.
Das anhaltende Interesse an hochwertigen und nachhaltigen Spielwaren wird wohl auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Die Bereitschaft, in langlebige Produkte zu investieren, während die Nachfrage nach kurzlebigen, günstigen Artikeln möglicherweise abnimmt, könnte dazu führen, dass sich die Spielwarenbranche nachhaltig transformiert. Diese Entwicklung strebt nicht nur eine Verbesserung der Verkaufszahlen an, sondern auch eine tiefere Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft im Allgemeinen.