Borussia Dortmund hat Niko Kovac als neuen Cheftrainer verpflichtet, um die Herausforderungen des Krisenherds im Verein anzugehen. Kovac tritt die Nachfolge von Nuri Şahin an, der in der Vorwoche entlassen wurde. Diese Entscheidung folgt auf eine enttäuschende Serie von fünf sieglosen Pflichtspielen, die den Verein in der Bundesliga auf den elften Platz zurückgeworfen hat.

Kovac wird seine Arbeit am kommenden Sonntag aufnehmen. In seiner ersten Begegnung leitet er ein Spiel gegen den VfB Stuttgart. Zuvor wird Mike Tullberg, der vorübergehend als Interimstrainer fungiert, die Mannschaft im Duell gegen den 1. FC Heidenheim coachen. Der Vertrag von Kovac läuft bis 2026, und er bringt reichlich Erfahrung aus der Bundesliga mit, unter anderem von seinen Stationen bei Eintracht Frankfurt und Bayern München. Bei Frankfurt feierte er den DFB-Pokalsieg gegen Bayern und bei den Münchenern sicherte er sich die Meisterschaft sowie den Pokal, bevor er 2019 von seinem Posten entlassen wurde.

Herausforderungen im Verein

Bei seinem Amtsantritt sieht sich Kovac mit zahlreichen Baustellen konfrontiert. Dortmund hat in dieser Saison die eigenen Erwartungen nicht erfüllt; das Minimalziel ist die Qualifikation für die Champions League. Der Rückstand auf den vierten Platz beträgt aktuell sechs Punkte, nachdem die Mannschaft im DFB-Pokal bereits in der zweiten Runde gegen den VfL Wolfsburg scheiterte und in der Champions League den direkten Einzug ins Achtelfinale verpasste.

Sportdirektor Sebastian Kehl betont die Dringlichkeit, Punkte zu sammeln, während Kovac gleichzeitig die Aufgabe hat, die Spieler trotz eines kritisierten Kaders besser zu machen. Der Sturm um die sportliche Leitung wird dadurch verstärkt, dass Kehl und der Sportliche Leiter Sven Mislintat offenbar Differenzen haben, die zu einem Transferstau geführt haben. Bisher gab es nur eine Rückholaktion von Salih Öczan, und der Transfermarkt schließt bald. Zuvor hat Donyell Malen den Club verlassen.

Team und Unterstützung

Kovac wird tatkräftig von seinem Bruder Robert Kovac unterstützt, der ebenfalls Teil des Trainerstabs wird. Robert hat bereits Erfahrung als Spieler bei Borussia Dortmund in der Saison 2007/08 gesammelt. Niko Kovacs Beitrag zur Mannschaft könnte besonders wichtig sein, da die Spieler in der Vergangenheit unter den Anforderungen und den sportlichen Zielen gelitten haben.

Kurz vor seinem Amtsantritt wurde der BVB zudem in die Schlagzeilen gebracht durch Matthias Sammer, dessen gleichzeitiges Engagement als Amazon-Prime-Experte für interne Unruhe sorgt. Kovac erbt mit seinem neuen Posten nicht nur die sportlichen Herausforderungen, sondern auch das Klima im Verein, das dringend stabilisiert werden muss.

Die Gelegenheit für Kovac, das Ruder herumzureißen, wird kommen. Seine erste große Bewährungsprobe nach dem Spiel gegen Stuttgart steht mit einem Champions-League-Playoff gegen Club Brugge oder Sporting an, das ebenfalls nächste Woche ansteht. Borussia Dortmund hofft, mit Kovac an der Seitenlinie wieder in die Erfolgsspur zu finden.