Im Raum München wurden heute 15 Männer von der Polizei besucht. Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem Verdacht auf den Besitz und die Weitergabe von Missbrauchsabbildungen von Kindern. Bei den Durchsuchungen, die gestern Abend stattfanden, waren insgesamt 45 Polizeikräfte im Einsatz, um in elf Wohnungen in München sowie in den Landkreisen Unterschleißheim, Ottobrunn, Putzbrunn und Aschheim tätig zu werden. PNP berichtet, dass die betroffenen Männer zwischen 18 und 83 Jahren alt sind.
Die Ermittlungen fordern die Kriminalpolizei heraus, da alle Verdächtigen zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Erste Erkenntnisse zeigen, dass kein relevanter Zusammenhang zwischen den Tatverdächtigen besteht. Bei den Durchsuchungen wurden diverse elektronische Geräte sichergestellt, darunter Mobiltelefone, Computer und Speichermedien. Die digitale Auswertung der gesicherten Daten ist bereits im Gange, und es wird erwartet, dass diese Informationen zur Klärung der Vorwürfe beitragen.
Hintergrund der Ermittlungen
Die Straftaten wurden überwiegend vom Bundeskriminalamt (BKA) an die Münchner Polizei gemeldet. Diese Meldungen stammen automatisch vom National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) in den USA, das in einem umfangreichen Netzwerk mit großen Anbietern von Online-Kommunikationsdiensten zusammenarbeitet.
Seitdem die sogenannten „Action Days“ todernst wieder eingeführt wurden, zeigt sich, wie entscheidend regelmäßige Ermittlungen sind, gerade in Fällen, in denen keine akute Missbrauchsgefahr besteht. Solche Einsätze sollen dazu dienen, Fälle abzuarbeiten, die möglicherweise schon längere Zeit auf eine Klärung warten. Die TZ hebt hervor, dass in diesem speziellen Fall die Polizei in der Lage war, ein umfassendes Bild der Situation zu erzeugen und schnell zu handeln.
Für betroffene Familien und Kinder ist die Situation oft belastend und traumatisierend. Unterstützung wird von NCMEC angeboten, sowohl für die betroffenen Kinder als auch für deren Familien, die sich häufig allein und überfordert fühlen. Die Organisation bietet unter anderem auch Krisenintervention und lokale Beratungsstellen an, um den Opfern und ihren Angehörigen beizustehen. So kann durch Programme wie Team HOPE eine Verbindung zu anderen Familien hergestellt werden, die ähnliche Krisen durchlebt haben.