Die Pilotengewerkschaft VC Cockpit hat das Lufthansa-Management eingeladen, um Ende März über bestehende Tarifkonflikte zu verhandeln. Der Präsident der Gewerkschaft, Andreas Pinheiro, unterstreicht die Dringlichkeit einer Einigung für die Planungssicherheit von Crews und Airlines. Ein Gespräch ist für den 31. März angesetzt, bei dem unter anderem Michael Niggemann, Personalvorstand der Lufthansa, und Jens Ritter, Chef der Kernmarke Lufthansa Airlines, teilnehmen werden. Die Gewerkschaft fordert von der Lufthansa «ernsthafte Gesprächsbereitschaft» und will mit den Gesprächen Fortschritte erzielen, um zukünftige Konflikte zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig, da der derzeitige Tarifvertrag der Pilotengewerkschaft bis Ende 2026 läuft und die letzte Einigung im April 2023 mit den Flugbegleitern zu Gehaltszuwächsen bis Ende 2026 führte.

Zuvor konnte ein Streik bei Lufthansa bis Ende 2026 ausgeschlossen werden, nachdem 65,5 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder für einen neuen Tarifvertrag stimmten. Rund 5.200 Piloten werden in den nächsten drei Jahren mindestens 18 Prozent Gehaltserhöhung erhalten, mit möglichen Gesamtsteigerungen von bis zu 50 Prozent, abhängig von ihrer Einstufung. Zudem wurde eine Einmalzahlung von 3.000 Euro vereinbart. Diese Einigung betrifft auch Arbeits- und Bereitschaftszeiten, wobei eine zweite Tarifschiene für Neueinsteiger abgeschafft wurde. Ein weiterer Aspekt der Einigung betrifft die 150 Kapitäne von Germanwings, die zur Muttergesellschaft wechseln werden, sowie etwa 550 Piloten, die finanzielle Entschädigungen für ihren späteren Kapitänsaufstieg erhalten.

Der Kontext der Verhandlungen

Die Verhandlungen stehen nicht nur im Schatten eines bereits erreichten Tariffriedens, sondern auch vor den Herausforderungen, die durch vorherige Streiks entstanden sind. Zuletzt kam es im Herbst 2023 zu Streiks bei Lufthansa-Tochter Discover. Die negativen Auswirkungen dieser Arbeitskämpfe führten dazu, dass Lufthansa im Jahr 2024 einen operativen Gewinn von rund 1,65 Milliarden Euro verzeichnete, was einen Rückgang von über einer Milliarde Euro darstellt. Dies hat die Führung setzten dazu motiviert, für das Jahr 2024 eine deutliche Verbesserung anzustreben, um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern und Streitigkeiten mit der Belegschaft zu vermeiden.

Ein weiterer Punkt, der die Diskussionen betrifft, ist die zukünftige Organisation der kurzen Zubringerflüge nach Frankfurt und München. Lufthansa plant die Gründung einer neuen Fluggesellschaft namens „City Airlines“, die diese Flüge durchführen soll. Allerdings sind die Tarife für die Piloten dieser neuen Gesellschaft noch offen, und dies erfordert weitere Verhandlungen mit der Vereinigung Cockpit, zu denen die Gewerkschaft bereit ist.

Insgesamt zeigt die aktuelle Lage, dass während Fortschritte erzielt wurden, sowohl auf betrieblicher als auch auf tarifvertraglicher Ebene, immer noch Herausforderungen bestehen, die einer raschen Lösung bedürfen. Die kommenden Gespräche im März könnten entscheidend sein für die Optimierung der Arbeitsbedingungen und der finanziellen Rahmenbedingungen bei Lufthansa. Die Gewerkschaft hat bereits klargemacht, dass sie entschlossen ist, für ihre Mitglieder angemessene und langfristige Lösungen zu finden.