Seit Beginn des Jahres 2025 hat das Ordnungsamt Haßloch seine Kapazitäten erhöht: Zwei neue Mitarbeiter sind eingestellt worden, um die Überwachung des ruhenden Verkehrs und das Thema Falschparker intensiver anzugehen. Die Gemeindeverwaltung sieht die Notwendigkeit für mehr Ordnung im Straßenverkehr und möchte damit die Sicherheit sowie den Verkehrsfluss verbessern. Beigeordneter Marcel Wirdemann (CDU) hebt hervor, dass die Überwachung zuvor oft nur „nebenher“ erledigt wurde. Die neuen Kräfte ermöglichen nun eine strukturierte und gezielte Herangehensweise an diese Problematik. Laut Rheinpfalz ereignen sich häufig Konflikte durch Falschparker, die nicht nur Ordnung, sondern auch Sicherheit gefährden.

Die Bedeutung einer sichtbaren Kontrolle wird von Wirdemann betont. Neben der Höhe der Ordnungsgelder ist es wichtig, dass die Bürger die Kontrollen auch als solche wahrnehmen. Das Ziel der neuen Mitarbeiter besteht darin, die Überwachung des ruhenden Verkehrs kontinuierlich durchzuführen, wodurch ein deutlicher Signalwert für die Bevölkerung entsteht.

Effektive Möglichkeiten zur Meldung von Falschparkern

Falschparker können effektiver beim Ordnungsamt gemeldet werden. Diese Meldungen können über verschiedene Kanäle erfolgen: telefonisch, über Onlineformulare beim zuständigen Ordnungsamt oder durch Nutzung von Diensten wie falschparkermelden.digital sowie Apps wie Weg.li. Für eine erfolgreiche Meldung sind aussagekräftige Beweisfotos erforderlich. Diese sollten den genauen Verstoß und das Kennzeichen des falschen Parkers zeigen. Um eine korrekte Bearbeitung zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Bilder keine anderen Fahrzeuge oder Menschen ohne deren Einwilligung zeigen.

Zu den erforderlichen Informationen gehören zudem der genaue Ort des Verstoßes, die Uhrzeit sowie die Fahrzeugdetails wie Modell und Farbe. Anonyme Meldungen sind ausgeschlossen, weshalb der Absender seine persönlichen Informationen angeben muss. Laut der Studie von Forschung und Wissen denken viele Autofahrer ökonomisch und nutzen das Falschparken möglicherweise als ein „Schlupfloch“, wenn die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, gering ist.

Falschparken aus ökonomischer Sicht

Eine Studie der Hochschule München untersucht die wirtschaftlichen Aspekte des Falschparkens. Hierbei wurde festgestellt, dass es in bestimmten urbanen Gebieten finanziell vorteilhafter sein kann, ohne gültiges Parkticket zu parken, anstatt ordnungsgemäß zu zahlen. Hohe Parkgebühren gepaart mit einer geringen Wahrscheinlichkeit eines Bußgeldes motivieren viele Autofahrer dazu, das Falschparken in Betracht zu ziehen.

Die Ergebnisse zeigen, dass es rationale Überlegungen gibt, die Autofahrer zu ihrer Entscheidung führen könnten. Um dem Falschparken entgegenzuwirken, wird eine Verstärkung der Kontrollen vorgeschlagen, allerdings könnte dies für viele Kommunen untragbar sein. Eine mögliche Erhöhung der Bußgelder würde zwar helfen, ist jedoch durch bundesweite Regelungen eingeschränkt. Auch in Haßloch sind Anpassungen bei den Bußgeldern nicht möglich.

Die Erkenntnisse dieser Studie könnten Impulse für eine Überprüfung und Anpassung der bestehenden Parkraummanagement-Strategien in vielen Städten bieten. Der Fokus auf eine klare und strukturierte Überwachung in Haßloch stellt einen ersten Schritt in diese Richtung dar und könnte langfristig zu einer besseren Verkehrsordnung führen.