Der Springreiter Max Kühner kann aufatmen: Ein Verfahren des Amtsgerichts Starnberg gegen ihn wurde eingestellt. Dies bestätigte der österreichische Pferdesportverband (OEPS) nach einem Bericht des Münchener Merkur. Kühner war wegen eines Vorwurfs des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz konfrontiert worden, der durch die Staatsanwaltschaft München II beantragt wurde. Insbesondere ging es um die Methode des aktiven Barrens, die als tierquälerisch gilt.
Das Amtsgericht erklärte in einer Pressemitteilung, dass das Verfahren in Übereinstimmung mit Paragraf 153a Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt wurde. Mit der Zahlung einer Geldauflage ist das Verfahren nun endgültig abgeschlossen, sodass keine Hauptverhandlung stattfinden wird. Ein Sprecher des Amtsgerichts betonte, dass die Unschuldsvermutung für Max Kühner weiterhin gilt. Der OEPS interpretiert die Entscheidung des Gerichts als vollständige Entlastung für den Springreiter.
Details zu den Vorwürfen und dem Verfahren
Im März 2023 wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen Kühner und einen Trainer erlassen. Ihnen wurde vorgeworfen, ihre Pferde durch aktives Barren, eine Methode, bei der eine Person eine Stange über ein Hindernis hält, sodass das Pferd beim Springen dagegen stößt und Schmerzen erleidet, gequält zu haben. Diese Vorwürfe wurden insbesondere durch Veröffentlichungen der Tierschutzorganisation Peta bekannt, die selbst Strafanzeige gestellt hatte.
Im Herbst 2022 fanden Durchsuchungen von Polizei und Veterinäramt in einer Ausbildungsanlage in Hadorf statt. Trotz der laufenden Ermittlungen nahm Kühner im Sommer 2023 an den Olympischen Spielen in Paris teil, wo er den siebten Platz belegte. Peta kritisierte seine Teilnahme scharf und bezeichnete sie als „Schlag ins Gesicht für den Tierschutz“. Peter Höffken von Peta forderte sogar ein Ende der Pferdedisziplinen, da er der Meinung ist, Pferde seien Zwangsteilnehmer bei den Olympischen Spielen.
Die Präsidentin des OEPS, Elisabeth Max-Theurer, wies auf das Timing der Vorwürfe hin, die eine Woche vor den Olympischen Spielen in den Medien aufgegriffen wurden. Dr. Angelika May, die Equipechefin der Springreiter, betonte, dass amtstierärztliche Bescheinigungen und unabhängige Gutachten darauf hindeuten, dass Kühners Pferde unter optimalen Bedingungen gehalten werden. Kühner selbst stellte klar, dass das Wohl der Tiere höchste Priorität hat und dass sportlicher Erfolg nur möglich ist, wenn die Pferde gesund und vertrauensvoll sind.