Eine innovative Idee zur Verbesserung der Mobilität in der Region könnte bald Wirklichkeit werden: Eine Express-Bushaltestelle direkt an der A9. Dieses Pilotprojekt, das unter Federführung der Gemeinde Allershausen geprüft wird, zielt darauf ab, Ein- und Ausfahrten an der Anschlussstelle zu vermeiden und eine schnellere Verbindung zur U-Bahn in Garching-Hochbrück zu schaffen. Die Einführung einer solchen Haltestelle würde die Fahrtzeit erheblich reduzieren und könnte die bisher lange Reisezeit mit dem öffentlichen Nahverkehr von 1 bis 1,5 Stunden auf etwa 20 Minuten verkürzen, berichtet sueddeutsche.de.

Dritt Bürgermeister Josef Lerchl (SPD) hat bereits Unterstützer für das Konzept gefunden und stellte es im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Metropolregion München vor. Bei einem sogenannten „Tag der IBA-Projektideen“ trat er in Kontakt mit Wolfgang Inninger vom Fraunhofer-Institut, der die Notwendigkeit von P+R-Standorten (Park and Ride) vor den Städten betonte. Diese könnten eine entscheidende Rolle spielen, um Pendlern eine attraktive Alternative zum Auto zu bieten.

Herausforderungen und Perspektiven

Trotz der positiven Perspektiven gibt es große Herausforderungen. Die Finanzierung und der laufende Betrieb sind zentrale Themen, die geklärt werden müssen. Der Landkreis Freising sieht ein steigendes Wachstum der Bevölkerung, jedoch steht dem eine unzureichende Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr entgegen. Ein neuer Halt an der A9 könnte die Expressbus-Linie erheblich attraktiver machen, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Die Einführung des Expressbusses X610, der von Mainburg über Au, Schweitenkirchen und Allershausen zur U-Bahn fahren sollte, scheiterte an der Finanzierung. Dennoch hoffen die Verantwortlichen auf staatliche Zuschüsse für das neue Pilotprojekt. Markus Haller vom Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) äußert jedoch Zweifel an der Kostendeckung der geplanten Expresslinie.

Innovative Ansätze im ÖPNV

Das Konzept für die Express-Bushaltestelle reiht sich in jüngste Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr ein, die auch auf technologische Innovationen setzen. Moderne Ansätze zur Revolutionierung des Nahverkehrs sind entscheidend, um urbanen Bedürfnissen begegnen zu können. Dabei spielen Smart Technologies, wie mobile Apps und digitale Fahrplaninformationen, eine zentrale Rolle, wie vivomagazin.de berichtet.

Darüber hinaus stellt der Expressbus klare Vorteile gegenüber Standard-Linien-Bussen dar. Durch weniger Haltestellen und Umstiege wird die Fahrtzeit verkürzt, und die Routen verlaufen direkt zu den wichtigen Zielen, wie das mvv-muenchen.de mitteilt. Seit Ende 2021 gibt es einen geförderten ExpressBus-Ring um München mit sieben Linien, der zeitintensive Umwege reduziert und Pendlern eine attraktive Mobilitätsoption bietet.

Die geplante Express-Bushaltestelle an der A9 könnte nicht nur für Pendler die Anbindung verbessern, sondern auch für die Wirtschaft der Region. Eine gute ÖPNV-Anbindung wird zunehmend zu einer entscheidenden Standortfrage für Unternehmen. Christian Huber, ein Hotelier, unterstützt das Projekt, da immer mehr Gäste ohne Auto anreisen und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.