Bushido hat den Rechtsstreit mit Fler um die Markenrechte an „Carlo Cokxxx Nutten“ vor dem Landgericht München I gewonnen. Das Gericht bestätigte ein zuvor ergangenes Versäumnisurteil und sah die Klage von Bushido als begründet an. Fler wird nun verpflichtet, Schadenersatz zu zahlen, obwohl die genaue Höhe noch nicht festgelegt wurde. Zusätzlich hat Bushido einen Anspruch auf Unterlassung der Nutzung des Werkes.

Der Streit dreht sich um den Schriftzug und das Logo, das eine stilisierte Messerklinge darstellt. Bushido forderte, dass Fler Produkte mit diesem Schriftzug, wie Sticker und Lederjacken, nicht mehr online verkaufen darf. Nach der Niederlage kündigte Fler an, in Berufung zu gehen und äußerte auf Instagram: „Auf der Straße haben wir trotzdem das Patent“.

Hintergrund des Streits

Der Name „Carlo Cokxxx Nutten“ stammt von einem gleichnamigen Studioalbum von Bushido aus dem Jahr 2002, an dem auch Fler mitwirkte. Fler hatte ursprünglich geplant, 2021 ein eigenes Album unter diesem Titel zu veröffentlichen, änderte den Namen jedoch nach der rechtlichen Auseinandersetzung in „Cancel Culture Nightmare“. Zudem bot Fler Fanboxen im Internet an, die Sticker und Lederjacken mit dem umstrittenen Schriftzug beinhalteten.

In einem früheren Urteil des Berliner Landgerichts wurde bereits zugunsten von Bushido entschieden, nachdem dieser im April 2021 „CCN“ als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt hatte eintragen lassen. Das Urteil untersagte Fler, Alben unter dem „Carlo Cokxxx Nutten“-Logo in den Handel zu bringen. Fler argumentiert, dass beide Rapper kein älteres Nutzungsrecht an dem Namen haben, da sie den ersten Teil gemeinsam veröffentlicht haben. Er sieht die Möglichkeit, Bushido ebenfalls die Nutzung des Titels zu untersagen.

Die Auswirkungen auf die Musikbranche

Dieser Streit verdeutlicht auch die Herausforderungen, die die Musikbranche in der digitalen Ära bewältigen muss. Die Veränderungen durch Digitalisierung und Streaming-Plattformen haben die Notwendigkeit eines robusten Urheberrechtsschutzes verstärkt. Notarielle Hinterlegungen könnten hierbei eine Lösung bieten, um die Rechte von Musikern zu schützen und entsprechende Nachweise für die Schöpfung eines Werkes zu gewährleisten. Der Schutz des geistigen Eigentums ist entscheidend für die gerechte Entlohnung von Künstlern und die Reduzierung von Musikpiraterie.

Innovative Technologien wie digitale Wasserzeichen und Blockchain könnten helfen, Urheberrechtsverletzungen zu minimieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Künstlern, Labels und Plattformbetreibern ist notwendig, um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Transparenz im Lizenzierungssystem zu verbessern.

Insgesamt zeigt der Rechtsstreit zwischen Bushido und Fler nicht nur die Komplexität von Markenrechten im Rap, sondern auch die zukünftigen Herausforderungen in der Musikbranche hinsichtlich des Urheberrechtsschutzes und der Rechteverwaltung.

Mehr Informationen über den Rechtsstreit und die Ergebnisse finden Sie in den Artikeln von Remszeitung und laut.de. Weitere Einblicke in den Urheberrechtsschutz bietet Prior Mart.